Neben der Telekom
nahm auch die Lufthansa
einen Wirtschaftsjournalisten ins Visier, um Lecks im eigenen Aufsichtsrat aufzuspüren. Wie der "Spiegel" berichtete, nutzte sie vor einigen Jahren interne Daten des Vielfliegers, um Hinweise auf Kontakte zu einem Aufsichtsratsmitglied zu erhärten. Lufthansa
bestätigte dem Nachrichtenmagazin die Aktion, wies aber darauf hin, dass Fluggastinformationen konzernintern nicht den gleichen Schutz genössen wie Telefondaten. "Bei uns ist nichts Illegales geschehen", beteuerte ein Sprecher.
In den Jahren 1999 und 2000 seien interne Informationen unerlaubt an Journalisten weitergegeben worden. Um zu ermitteln, wer aus dem Aufsichtsrat für die "Informationsleckage" verantwortlich war, habe man jedoch keinen Journalisten ausspioniert, sondern auf "rechtlich einwandfreiem Wege" die undichte Stelle aufgespürt.
FDP und Grüne forderten dringend eine Novellierung des Datenschutzgesetzes. Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck nannte den Umgang der Lufthansa
mit ihren Fluggastdaten einen Skandal. Kundenkarten wie Miles&More dürften nicht zum Ausspitzeln verwendet werden, sagte auch die FDP-Innenpolitikerin Gisela Piltz. Sie forderte klare rechtliche Vorgaben und in jedem Unternehmen einen starken und unabhängigen Datenschutzbeauftragten.
SPD-Fraktionschef Peter Struck und Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach wollen die Unternehmen bei Verstößen stärker zur Kasse bitten. "Die Bußgeldsätze sollten den Umsätzen angepasst und bis in den zweistelligen Millionenbereich erhöht werden, wie das in anderen EU-Ländern der Fall ist", sagte Struck der "BZ am Sonntag". Bosbach hält die heutigen Bußgelder von einigen hunderttausend Euro für unzureichend: "Wo mit Mrd. hantiert wird, lächelt man darüber", sagte er "Focus".

