Obermann holt junge Führungskräfte in den Vorstand
Telekom ordnet Vorstand neu

Telekom-Chef René Obermann erweitert seinen Vorstand und besetzt ihn mit jungen Führungskräften. Am Donnerstag stimmte der Aufsichtsrat Obermanns Vorschlägen zum Konzernumbau zu. Obermann schafft dabei neue Chefposten und besetzt sie ebenso wie alle anderen Führungsjobs mit Vertrauten aus den eigenen Reihen.

DÜSSELDORF. Obermann schafft zwei neue Vorstandsressorts - eines für die Region Südosteuropa, das Guido Kerkhoff ab 1. Juli leiten soll. Der 41-Jährige war bislang die rechte Hand von Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick. Ebenfalls neu geschaffen wird die Position des Chief Operating Officers (COO), der sich vor allem um Technik und Innovation sowie den weltweiten Einkauf im Konzern kümmert. Diesen Posten übernimmt zum 1. März der bisherige Mobilfunkvorstand Hamid Akhavan. Eine sehr mächtige Stellung erhält der derzeitige Chef der niederländischen Mobilfunktochter, Niek Jan van Damme. Der 47-Jährige leitet das neue Deutschland-Ressort, das knapp die Hälfte des gesamten Telekom-Umsatzes von zuletzt 62,5 Mrd. Euro ausmacht. Bislang war es in zwei getrennten Sparten angesiedelt - dem Festnetz und dem Mobilfunk. Obermann will diese Trennung für Deutschland und Südosteuropa aufheben und dort jeweils beide Bereiche zusammenführen.

Der bisherige Festnetz-Chef Timotheus Höttges übernimmt wie erwartet den Posten des Finanzvorstands. Sein Vorgänger dort, Karl-Gerhard Eick, wechselt ab Montag als Vorstandsvorsitzender zum Handelskonzern Arcandor.

Wir stellen die neuen Gesichter der Telekom vor:

Guido Kerkhoff ist derjenige, den Eick sich als seinen Nachfolger ausgeguckt hatte. Der gelernte Betriebswirt setzte sich im internen Rennen aber nicht gegen Höttges durch, den langjährigen Weggefährten und privaten Freund von Obermann. Kerkhoff genießt bei der Telekom einen hervorragenden Ruf. Man habe deshalb auf keinen Fall riskieren wollen, ihn zu verlieren, heißt es in Kreisen der Telekom-Anteilseigner, und ihm deshalb einen anderen Vorstandsposten angeboten.

Für das Geschäft in Südosteuropa eignet sich Kerkhoff, weil er als Leiter des Rechnungswesens und Controllings viel Kontakt mit den Töchtern in Osteuropa hatte und im vergangenen Jahr auch die Beteiligung an dem griechischen Telekomanbieter OTE vorangetrieben hat. "Niemand ist häufiger in Griechenland gewesen als Kerkhoff", heißt es in Telekom-Kreisen. Mit OTE wachse die Region so stark, dass es sinnvoll sei, sie in einem eigenen Vorstandsressort zu bündeln, heißt es bei der Telekom. Kerkhoff ist seit 2002 im Konzern und war zuvor im Controlling des Medienriesen Bertelsmann und des Energieversorgers VEW tätig. "Er hat eine hohe fachliche und soziale Kompetenz", lobt ein Vertrauter aus dem Führungszirkel der Telekom. Kerkhoff sei sehr diplomatisch - eine Eigenschaft, die vor allem für Beteiligungen entscheidend sei. So müsse sich die Telekom in Osteuropa mit Regierungen und anderen Aktionären einigen und Fingerspitzengefühl beweisen.

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