Obermann-Pläne
Telekom will offenbar Teile von T-Systems verkaufen

Neue Details zu den Telekom-Plänen von Rene Obermann: Einem Medienbericht zufolge will der neue Vorstandschef die Geschäftskunden-Sparte T-Systems verkaufen. T-Systems betreut mit 52 000 Mitarbeitern mehr als 160 000 Unternehmen.

HB FRANKFURT. Die Pläne des neuen Telekom-Vorstandschefs Rene Obermann sähen vor, jene Bereichen von T-Systems zu verkaufen, die nicht unmittelbar mit dem Telekommunikations-Geschäft verbunden seien, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Welchen Umfang die Verkäufe hätten, sei aber unklar. Obermann wolle seine Strategie am 5. Dezember dem Aufsichtsrat präsentieren. Die Telekom wollte sich dazu nicht äußern.

Die Angaben über die Pläne reichten von einem Verkauf von Bereichen, die höchstens zehn Prozent des Ergebnisses von T-Systems ausmachten, bis zu einer Abgabe eines großen Teils der Sparte, berichtete die Zeitung. Im letzteren Fall würde der Rest von T-Systems im Gesamtkonzern aufgehen. T-Systems-Chef Lothar Pauly würde im neuen Telekom-Vorstand dann die Zuständigkeit für Geschäftskunden übernehmen. Zusätzlich werde es einen Vorstand geben, der sich um das Privatkundengeschäft kümmert.

T-Systems betreut mit 52 000 Mitarbeitern mehr als 160 000 Unternehmen und ist sowohl am deutschen Lkw-Maut-Projekt wie am europäischen Satellitensystem Galileo beteiligt.

Die Idee, einen Teil von T-Systems zu verkaufen, ist nicht neu. Bereits vor drei Jahren gab es Gerüchte darüber, die Telekom wolle sich von Teilen dieses Bereiches trennen. Vor wenigen Wochen hatte Pauly dann die Gewerkschaft Verdi gegen sich aufgebracht, weil er andeutete, es würden in Deutschland mehr Jobs abgebaut als geplant, berichtet die „Süddeutsche“ weiter. Derzeit ist vorgesehen, dass 5500 Stellen verschwinden.

Rene Obermann hatte am Montag den bisherigen Vorstandschef Kai-Uwe Ricke abgelöst. Ricke hatte es nicht geschafft, dem Konzern neue Einnahmequellen zu sichern, die den Umsatz- und Margenverfall im Inland kompensieren können.

Die Deutsche Telekom ist mit rund 60 Mrd. Euro Umsatz Europas größter Telekomkonzern. Das Unternehmen mit seinen 245 000 Mitarbeitern steht auf seinem Heimatmarkt unter einem enormen Wettbewerbsdruck. Die Telekom ist derzeit noch in drei Geschäftsbereiche aufgeteilt: Festnetz, Mobilfunk und Geschäftskunden. Seit Mitte September bietet der Konzern erstmals die Bündelangebote aus Telefonie, DSL-Leitung, Handy-Vertrag und Internet-TV an. Wettbewerber haben solche Pakete bereits seit Monaten im Programm.

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