Obermann-Vorschlag: Telekom will offenbar noch mehr Mitarbeiter ausgliedern

Obermann-Vorschlag
Telekom will offenbar noch mehr Mitarbeiter ausgliedern

Die Deutsche Telekom will einem Zeitungsbericht zufolge zur Senkung der Personalkosten 55 000 statt der bisher angekündigten 45 000 Mitarbeiter in eine eigene Tochtergesellschaft ausgliedern. Auch der Name des neuen Bereiches steht demnach schon fest.

HB FRANKFURT. Der neue Telekom-Vorstandschef Rene Obermann wolle Kundendienst und die Call-Center der Telekom in einen Bereich mit der Bezeichnung T-Service auslagern, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. „Es werden in jedem Fall deutlich mehr als 50 000 Mitarbeiter sein“, wurde eine mit der Angelegenheit vertraute Person zitiert. Das wolle Obermann am Mittwoch den Aufsichtsrat vorschlagen.

Die Mitarbeiter in der ausgegliederten Firma sollen 40 oder 40,5 statt wie bislang 34,5 Stunden pro Woche arbeiten, heißt es in dem Zeitungsbericht. Sie sollen einen geringeren Stundenlohn erhalten, wegen der längeren Arbeitszeit aber in etwa auf das gleiche monatliche Einkommen kommen. Den Beschäftigten soll ihr Job fünf Jahre lang garantiert werden. Die Mitarbeiter der Deutsche Telekom AG sind bisher bis 2008 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Die Zeitung berichtete, ein Verkauf des ausgegliederten Bereichs sei zunächst nicht geplant.

Obermanns Vorgänger Kai-Uwe Ricke hatte nur 45 000 Stellen auslagern wollen. Die Gewerkschaft Verdi hatte zuletzt erklärt, sie befürchte, es werde mehr als 60 000 Mitarbeiter treffen. Sie erwartet am Mittwoch mehrere tausend Telekom-Mitarbeiter zu einer Protestkundgebung in Bonn gegen die Personalpläne. Dort werden Verdi-Chef Frank Bsirske, DGB-Chef Michael Sommer und Telekom-Aufsichtsratsvize Lothar Schröder erwartet, der Verdi in dem Gremium vertritt. Die Gewerkschaft hatte erklärt, den Vorstand notfalls mit Warnstreiks an den Verhandlungstisch bekommen zu wollen.

Obermann hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Qualität der Service von Europas größtem Telekommunikations-Konzern deutlich zu verbessern, um die Kundenverluste zu stoppen. Die Telekom sieht die Personalkosten als einen Wettbewerbsnachteil im umkämpften inländischen Markt.

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