Ausgerechnet der vermeintliche Urheber Zumwinkel als Berater für den Umgang mit dem Spitzelskandal? Glücklich scheint auch diese Entscheidung nicht gewesen zu sein.
4. Keine Fragen an Zumwinkel
Hat Obermann zumindest im Unternehmensinteresse Zumwinkel zur Rede gestellt? Der Hauptbeschuldigte Trzeschan hat die oberste Konzernspitze - den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke und den damaligen Aufsichtsratschef Zumwinkel - als Auftraggeber belastet. Hat Obermann Zumwinkel damit konfrontiert? Hat die Telekom die Frage beantwortet, welche Rolle Zumwinkel in der ganzen Angelegenheit spielte?
Auf diese Fragen gibt es in Bonn gar keine Antwort. Zumwinkel stolperte erst, als er Anfang dieses Jahres in den Verdacht der Steuerhinterziehung geriet. Zwei Aufsichtsräte, die die Telekom verdächtigt, Interna weitergegeben zu haben, sitzen heute noch im Kontrollgremium - darunter Wilhelm Wegner, dessen Daten Network mit denen des Capital-Journalisten verglichen hatte. Wegner bestreitet seine Schuld: Er habe "zu keinem Zeitpunkt interne Unterlagen an Externe oder sonstige nichtberechtigte Personen weitergegeben", schrieb er dem Handelsblatt.
Vier Fragezeichen, ein Fazit: Illegal war es nicht, was Obermann tat, und möglicherweise war es aus Konzernsicht auch legitim. Aus Sicht der Betroffenen und der Öffentlichkeit jedoch waren die Aufklärungsbemühungen der Telekom in der Spitzelaffäre unzureichend.

