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Öffentlich-rechtliche: ZDF-Mitarbeiter demonstrieren gegen Kürzungen

Ein geplanter Mitarbeiterabbau beim ZDF regt die Gewerkschaften auf. Sie rufen zu einer Demonstration auf und kritisieren unter anderem, dass dadurch wohl auch junge Arbeitskräfte verloren gehen.

„Wetten, dass..?“-Moderator Markus Lanz. Quelle: dpa
„Wetten, dass..?“-Moderator Markus Lanz. Quelle: dpa

DüsseldorfAuf dem Mainzer Lerchenberg, dem Sitz des ZDF, wird es am Mittwoch um 12 Uhr eine Demonstration geben. Dazu haben nach Informationen des Handelsblatts (Montagausgabe) die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Deutsche Journalistenverband (DJV) aufgerufen. Mit der Demonstration unter dem Motto „400 weniger sind zu viel!“ wollen die Arbeitnehmervertreter gegen den geplanten Personalabbau protestieren.

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Die Aktion soll vor dem Hochhaus E 055 stattfinden, dort hat ZDF-Intendant Thomas Bellut seinen Sitz. Nach Meinung von Verdi trifft der Sparkurs insbesondere Teilzeitkräfte und freie Mitarbeiter. „In vielen Fällen nimmt das bereits existenzielle Ausmaße an. Im ZDF entstehen prekäre Beschäftigungsverhältnis“, warnen Verdi und DJV in einem Flugblatt. „So verliert das ZDF diejenigen, die gebraucht werden, um den demographischen Wandel zu bewältigen.“ Das durchschnittliche Alter des ZDF-Zuschauers betrug im vergangenen Jahr 60 Jahre.

Die Sendung mit den Mäusen Wofür ARD und ZDF Gebühren-Milliarden verprassen

  • Die Sendung mit den Mäusen: Wofür ARD und ZDF Gebühren-Milliarden verprassen
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Für die Gewerkschaften ist die Demonstration auch ein Test, um zu sehen, ob die Belegschaft der Rundfunkanstalt mobilisiert werden kann. Jahrelang hatte der im vergangenen Jahr ausgeschiedene Intendant Markus Schächter die Fernsehanstalt ausgebaut. Sein Nachfolger und langjähriger Programmdirektor Bellut fährt nun einen Sparkurs. Anfangs war von 300 Stellen die Rede, mittlerweile spricht der ZDF-Intendant von bis zu 400 Arbeitsplätzen, die sozialverträglich und ohne Entlassungen abgebaut werden sollen.

Chaos beim neuen Rundfunkbeitrag Verwirrender Rundfunkbeitrag

Kleinunternehmer murren, denn sie müssen Rechnungen aufwendig korrigieren.

Das ZDF hat 3.600 Angestellte und 6.000 freie Mitarbeitern. Aus der Rundfunkgebühr von 7,5 Milliarden Euro erhielt das ZDF zuletzt 1,8 Milliarden Euro. Die unabhängige Finanzkommission KEF verlangt vom ZDF zwischen 2013 und 2016 Einsparungen von insgesamt 75 Millionen Euro.

Rundfunkbeitrag - Was sich geändert hat

  • Die Neuregelung ab 1. Januar 2013

    Zum Jahreswechsel wurde die bisherige Gerätegebühr abgeschafft. Sie wurde durch eine neue Haushaltsabgabe ersetzt. Unabhängig davon, ob der Bürger die Angebote von ARD und ZDF im Fernsehen, Radio oder Internet nutzt, muss er nun die volle Rundfunkgebühr zahlen.

  • Wer wie viel zahlen muss

    Kassiert werden pro Haushalt 17,98 Euro pro Monat. Wer Unterstützung wie Arbeitslosengeld erhält, studiert oder in der Ausbildung ist, muss keine Gebühr zahlen, wenn er sich befreien lässt. Menschen mit Behinderung zahlen monatlich 5,99 Euro statt der vollen Gebühr.

  • Was passiert, wenn man nicht bezahlt

    „Schwarzseher“ werden es künftig schwer haben, da ihnen nicht der Besitz von Radio oder Fernseher nachgewiesen werden muss. Stattdessen wird jeder Haushalt zur Kasse gebeten. Wer nicht bezahlt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld rechnen.

  • Was sich für Unternehmen ändert

    Die Gebühren werden nach einem neuen Schlüssel berechnet, der pro Betriebsstätte und der Zahl der dort beschäftigten Mitarbeiter erhoben wird. Bislang fielen Gebühren lediglich für jeden PC im Unternehmen und jedes tatsächlich vorhandene Fernsehgerät an.

  • Wie die Wirtschaft leidet

    Besonders betroffen sind von der Neuregelung Firmen mit vielen Filialen. Sie müssen deutlich mehr zahlen. Die Autowerkstatt-Kette ATU gehört dazu, ebenso auch Rossmann, Sixt oder die DB Netz AG.

  • Fallstrick für Kleinunternehmen

    Die Antragsformulare des Beitragsservices sind nur vermeintlich eindeutig. Denn nur wer die Details der neuen Regeln kennt, kann wissen, dass er nicht alle Firmenautos eintragen muss. Nur die „beitragspflichtigen“ müssen eingetragen werden. Das heißt: Zahl der Autos minus Zahl der Betriebsstätten.

  • 21.01.2013, 16:17 Uhrmurksel1

    Genau so ist es. Diese parasitären Anstalten brauchen wir nicht.
    In der freien Wirtschaft werden inzwischen auch pausenlos Leute entlassen und Betriebe geschlossen. Aber im Gegensatz zu der freien Wirtschaft wird bei den ÖR parasitär zwangsabgezockt!!!!!!! Ganz weg damit!!!
    Und die Gewerkschaften braucht auch kein Arbeitnehmer in diesem Land mehr. Die sind völlig korrumpiert worden und setzen sich schon lange nicht mehr für die Interessen der Arbeitnehmer ein.

  • 21.01.2013, 11:24 UhrKarin

    Sehr genau...Der ÖD ist zu einem reinen Selbstbedienungsladen verkommen!! Dazu gehört aber auch die Politik!!

    Wenn schon gespart werden muß, dann bitte schön doch zu aller erst in den gehobenen Etagen!! Wenn ich schon M.Illner sehe...eine Wendehälsin, eine SED-Anhägerin mit völlig überbezahltem Gehalt, dann wird mir echt übel!! Diese Frau ist so berechnend und verlogen dazu. Angelt sich einen Mann, der eine Führungskraft bei der Telekom ist um dann ihre Karriere im ZDF zu voll enden. Diese Frau macht wie Jauch eine grottenschlechte Politshow!! Na ja...ist ja nichts Neues...Stasi und VS haben ja auch zusammen gearbeitet. Und wer in der DDR mal angeblich Rot war ist heute Tiefbraun!!

  • 21.01.2013, 11:20 UhrKritiker

    Von mir aus kann das ZDF, genauso wie ARD und Deutschlandfunk, komplett untergehen. Ich empfinde für diese Anstalten und auch deren Mitarbeiter krass gesagt kein Mitleid und das wegen der sog. Haushaltsabgabe.

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