Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
Senkung des Rundfunkbeitrags „denkbar“

Die Mehreinnahmen aus dem neu gestalteten Rundfunkbeitrag dürfen die öffentlich-rechtlichen Sender in den nächsten Jahren behalten. Doch das ist nicht in Stein gemeißelt, sagt der Chef der Gebührenkommission.
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DüsseldorfDie öffentlich-rechtlichen Anstalten dürfen die erwarteten Mehreinnahmen durch die neue Rundfunkgebühr in Höhe von 304 Millionen Euro behalten. Davon entfallen auf die ARD 197,3 Millionen Euro, auf das ZDF 60,1 Millionen und auf das Deutschlandradio 46,7 Millionen Euro im Zeitraum 2013 bis 2016. Das teilte gestern die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) in Mainz auf Anfrage des Handelsblatts mit.

Mittlerweile ist auch eine Reduzierung der monatlichen Rundfunkgebühr, früher als GEZ-Gebühr bekannt, kein Tabuthema mehr. „Wenn es zu deutlichen Mehreinnahmen kommt, ist auch eine Senkung der Rundfunkgebühren denkbar“, sagte KEF-Geschäftsführer Horst Wegner dem Handelsblatt (den gesamten Artikel finden Sie im heutigen ePaper). „Eine Gebührensenkung ist frühestens zum 1. Januar 2015 denkbar.“

Wenn eine Milliarde Euro mehr reinkommt, müssten diese Mehreinnahmen an die Gebührenzahler durch eine Gebührensenkung weitergegeben werden, sagte gestern ein KEF-Experte, der ungenannt bleiben will.

Die KEF, einst 1975 als Beratungsorgan für die Ministerpräsidenten gegründet, entscheidet heute über die Höhe der Rundfunkgebühr. Ihre 16 Experten geben mehr oder minder verbindliche Empfehlungen an die Ministerpräsidenten der Länder, die dann von den 16 Landtagen abgesegnet werden müssen. Die KEF arbeitet derzeit unter Hochdruck an ihrem neuen Bericht zur Finanzsituation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Laut Wegner wurde die Vorlage des Berichts von Januar auf Ende März verschoben. In ihrer Untersuchung wollen die Experten Auskunft darüber geben, ob und wie hoch die Mehreinnahmen durch die neue Rundfunkgebühr ausfallen. Am 20. Februar soll die erste Plenarsitzung der Kommission in diesem Jahr dazu stattfinden.

Zum Jahreswechsel wurde die bisherige Gerätegebühr abgeschafft. Sie wurde durch eine neue Haushaltsabgabe ersetzt. Unabhängig ob der Bürger die Angebote von ARD und ZDF im Fernsehen, Radio oder Internet nutzt, muss er künftig die volle Rundfunkgebühr zahlen. Die neue Zwangsabgabe belastet insbesondere die Wirtschaft.

 
Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Senkung des Rundfunkbeitrags „denkbar“"

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  • Politisch korrekte Politpropaganda, eine dem etablierten Parteien nahe Berichterstattung, Manipulation und Realitätsverzerrung, dafür steht der deutsche "öffentlich-rechtliche" Rundfunk.

  • von RS aus DD:
    genau, trau keiner Statistik, die Du nicht selbst fälschen durftest
    die KEF hat sich die ganzen Jahre damit begnügt, dem ÖRR immer eine weiße Weste bzgl. der Ausgabenverwendung zu bescheinigen (weil die die Zahlen schon lange nicht mehr verstehen, da macht es auch keinen Unterschied, wenn da angebliche Experten in der Kommission sitzen sollen) und natürlich auch die Erhöhungsverlangen als selbstverständlich zu genehmigen an die Ministerpräsidenten durchreichen...
    das sind einfach nur die Handlanger des ÖRR, das sollten wir nicht vergessen!

  • Das dient doch nur Beruhigung.
    Was heißt schon denkbar? und dann erst 2015.
    Der ÖR wird der KEF dann schon vorrechnen dass er das viele
    Geld ja unbedingt braucht. Mit Zahlen kann man alles machen.

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