Öffentlich-rechtlicher Sender
Gebührenverschwendung beim Deutschlandradio?

„Grobe Managementfehler“: Ein Mitarbeiter des Deutschlandradios erhebt schwere Anschuldigungen gegen Intendanten Willi Steul. Durch schlechte Planung von Bauprojekten soll dem Sender ein Millionenschaden entstanden sein.
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DüsseldorfNach Informationen des Handelsblatts (Donnerstagausgabe) herrscht beim Deutschlandradio Aufregung wegen eines offenen Briefs eines leitenden Mitarbeiters an den Intendanten Willi Steul. In dem Schreiben wird der Senderchef für „grobe Managementfehler … bei der Investitionsplanung“ verantwortlich gemacht, die einen Schaden von „mehreren Millionen Euro“ bei dem öffentlich-rechtlichen Sender verursacht hätten.

Bei den Ungereimtheiten soll es sich um zwei Bauprojekte handeln: der Sanierung eines Nachrichtenstudios und der Umwidmung eines Gebäudes, in dem sich bisher der große Sendersaal befand und das künftig ein modernes Sendezentrum beherbergen soll. Inwieweit die gut 1,4 Millionen Euro teure Sanierung des Nachrichtenstudios angesichts des Neubaus des Studiozentrums überhaupt erforderlich war, ist im Sender umstritten. Nach Ansicht einiger Mitarbeiter entspricht das sanierte Studio schon jetzt nicht mehr den Erfordernissen des Senders.

Bei der Umwidmung des Sendessaalgebäudes kam es, wie es heißt, zu Verzögerungen, die zu Mehrkosten von 1,5 Millionen Euro führten.
Weitere Zusatzkosten in Höhe von 930.000 Euro konnten nur durch Einsparungen beim Innenausbau und Rohbau aufgefangen werden. Laut Senderkreisen soll ein Grund für die Verzögerungen die Versetzung des für den Bau verantwortlichen Leiters der Bau- und Betriebsverwaltung gewesen sein, gegen die dieser erfolgreich vor dem Arbeitsgericht klagte. Im sendereigenen Intranet schrieb Intendant Steul, dass auch „interne Mängel in der Koordination, in den Abläufen und damit im Entscheidungsprozess ... Verzögerungen und Kosten verursacht“ hätten.

Das Sendezentrum soll nun bis 2016 fertiggestellt werden. Deutschlandradio rechnet mit Kosten in Höhe von maximal 15 Millionen Euro für den Umbau des Sendesaalgebäudes. In einem internen Memo vom September 2012, das dem Handelsblatt vorliegt, ist aber von einer Kosten von knapp 20 Millionen Euro die Rede.

Kommentare zu " Öffentlich-rechtlicher Sender: Gebührenverschwendung beim Deutschlandradio?"

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  • @ statesman
    stimmt. Das Programm dieses senders könnte mit einem Bruchteil des Personals erledigt werden. Hinzu kommt das außerordentlich niedrige Niveau bei den Wirtschaftsinformationen und zwar sowohl inhaltlich als auch akustisch. Ein Sprecher kommt mit völlig chaotischer Wortbetonung daher (Sprachbehinderter?). Man sollte den Sender auf ein Minimum reduzieren.
    Otto Dest

  • Wenn man sich das Budget dieses Senders anschaut, und die Beiträge, die er sendet, z.B.viele Stunden klassische Musik und ein paar Nachrichten, die öfter wiederholt werden, wird einem klar, dass hier eine der größten (neben ZDF und Co.) Geldvernichtungsmaschinen Deutschlands steht.

  • Stimme Ihnen voll zu. DLF ist o.k. ZDF kannst Du vergessen (Kleber, Slomka, etc.)

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