Offensive auf dem Osteuropa-Markt
Motor-Presse fährt auf Wachstumskurs

Der Zeitschriftenverlag Motor-Presse wird beim Mehrheitsgesellschafter Bertelsmann mehr Geld abliefern. Das Stuttgarter Unternehmen steigerte 2005 im Vergleich zum Vorjahr Erträge und Erlöse.

HB DÜSSELDORF. Die Verlagsgruppe erwartet einen Umsatz von rund 200 Mill. im Inland und knapp 160 Mill. Euro im Ausland. „Unser Auslandsgeschäft ist hochprofitabel. In Frankreich sowie mehreren anderen Ländern haben wir gegen den Markttrend Umsatz und Ergebnis verbessert“, sagte Verlagschef Friedrich Wehrle dem Handelsblatt. Besonders renditestark sind auch die Töchter wie in Spanien und Mexiko. „In den Ländern erwirtschaften wir zweistellige Umsatzrenditen“, sagte Wehrle. Zahlen zur Profitabilität geben die Stuttgarter traditionell nicht an.

In Osteuropa ging die Motor-Presse 2005 in die Offensive. „Von den 18 neuen Zeitschriften, die wir 2005 im Ausland gestartet haben, sind allein zehn in Osteuropa gegründet worden“, sagt Wehrle. Insgesamt verlegt die Motor-Presse 40 Zeitschriften in sieben Ländern, die aber teilweise noch Anlaufverluste produzieren. „Wir wissen erst in zwei bis drei Jahren, ob und wie die Projekte wirtschaftlich laufen“, berichtet Wehrle. Im diesem Jahr erwirtschaftet die Motor-Presse 45 Prozent des Umsatzes im Ausland. Die Verlagsgruppe beschäftigt weltweit 1  900 Mitarbeiter. Bertelsmann hatte zu Jahresbeginn den Verlag mit mehr als 200 Zeitschriften mehrheitlich übernommen.

Schärfster Gegner im Ausland ist der Printkonzern Axel Springer. Der verfolgt nach eigenen Angaben eine „opportunistische Wachstumsstrategie“ im Ausland. Europas größte Autozeitschrift „Auto-Bild“ erscheint seit wenigen Wochen auch in Aserbaidschan. Damit hat Springer nun 27 Länder für sein wichtigstes Automagazin erschlossen.

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