Offensive: Computermarke Lenovo kommt nach Europa

Offensive
Computermarke Lenovo kommt nach Europa

Der chinesische Computerhersteller Lenovo steigt nun auch in Europa, den USA und Japan unter der eigenen Marke in das PC-Geschäft ein. Seit dem Kauf der PC-Sparte von IBM ist Lenovo der weltweit drittgrößte Hersteller von PC nach Dell und Hewlett Packard.

HB FRANKFURT. Im Geschäftsjahr 2006 (31. März) wird der Umsatz bei voraussichtlich mehr als elf Milliarden Euro liegen.

Lenovo-Deutschland-Chef Mark Fischer spricht von einem historischen Datum. „Wir platzieren Lenovo-Produkte erstmals außerhalb von Asien“, sagte Fischer gestern. Bisher ist Lenovo weltweit nur mit den ehemaligen IBM-Produkten unter der Marke „Think“ vertreten. Im Auge hat Lenovo in Europa ausschließlich Firmenkunden: Mit „Think“ adressiert der Hersteller Konzerne und den gehobenen Mittelstand, die Marke „Lenovo“ zielt auf den Mittelstand und Freiberufler.

Auch für die Lenovo-Rechner setzt der chinesisch-amerikanische Konzern auf ein indirektes Vertriebsmodell über Großhändler und Systemhäuser. Deutschland-Chef Fischer bezifferte die Zahl der Vertriebspartner für Lenovo-Produkte in Deutschland auf 1 800 bis 2 000. Der Vertriebskanal soll noch um rund 200 Partner aufgestockt werden. Die Service-Betreuung wird IBM übernehmen, ebenso wie für die Think-Baureihe.

Preislich liegen die Desktop PC ab 550 Euro und die Notebooks ab 950 Euro etwa gleichauf mit der Konkurrenz. „Lenovo werde nicht als Preisbrecher auftreten“, sagte Deutschland-Chef Fischer. Vielmehr gehe es darum, Firmenkunden anzusprechen, die keine oder kaum IT-Unterstüzung im eigenen Unternehmen haben.

Einen späteren Einstieg ins Geschäft mit privaten Endanwendern auch in Deutschland will Fischer zwar nicht gänzlich ausschließen, aber das Thema habe derzeit nicht die höchste Priorität. Doch das könnte sich bald ändern. Denn in China, wo Lenovo Marktführer im PC-Geschäft ist, stammt rund ein Drittel des Umsatzes aus dem Geschäft mit chinesischen Privatkunden.

Innerhalb von zwei Jahren hat sich Lenovo zudem zu einem der größten Hersteller von Handys für den chinesischen Markt gemausert. „In der PC-Branche liegt der Anteil der Konsumenten bei 60 Prozent – das ist eine große Chance“, sagte vor kurzem Yang Yuanqing, Lenovo-Gründer und Vorsitzender des Aufsichtsrats. Doch für einen erfolgreichen Einstieg in das wettbewerbsintensive PC-Privatanwendergeschäft ist die Marke Lenovo derzeit in Europa und auch in den USA noch zu unbekannt. tnt

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