Ohne Handy
BenQ versucht Neubeginn

Der Name BenQ ist in Deutschland fast ausschließlich mit der Pleite der ehemaligen Mobilsparte von Siemens verbunden. Trotz roter Zahlen und juristischer Auseinandersetzungen wagt BenQ jetzt einen Neuanfang – die Zersplitterung in drei eigenständige Unternehmen soll die Wende bringen.

jojo MÜNCHEN. Der Taiwaner Elektronikkonzern BenQ will mit einer neuen Struktur die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der vergangenen zwei Jahre hinter sich lassen. So ist die Auftragsfertigung seit gestern vom Geschäft mit eigenen Markenartikeln getrennt.

Eine Nebenfolge ist, dass das Unternehmen jetzt unter drei verschiedenen Namen auftritt: Was bis jetzt unter dem Namen BenQ bekannt war, heißt jetzt „Jia Da Corporation“, „BenQ“ und „Qisda“. Doch der Reihe nach. Jia Da ist der neue Name für die gesamte Gesellschaft, die derzeit auf zwei Beinen steht. Einerseits die Fertigung für andere Anbieter, andererseits das Geschäft mit eigenen Produkten. Allerdings wird dieser Begriff nur in Asien genutzt. Im Rest der Welt heißt das Unternehmen Qisda.

Unter der Flagge von Qisda fertigt der Konzern in seinen Fabriken Elektronik für Markenhersteller. Der Name BenQ bleibt erhalten für Geräte, die unter der eigenen Marke verkauft werden. BenQ unterhält keine Werke.

Beide Bereiche sind komplett getrennt und haben jeweils ein eigenes Management. Momentan gehört BenQ noch komplett zu Qisda. Doch nach und nach soll der Anteil sinken. „BenQ lotet alle Möglichkeiten für strategische Partner und Investoren aus“, teilte das Unternehmen gestern mit. Zudem kündigte BenQ-Chef Conway Lee an, Aktien an die Börse zu bringen.

BenQ in seiner früheren Form ist in den vergangenen zwei Jahren in schwere Turbulenzen geraten. Auslöser war die Übernahme der Handysparte des deutschen Siemens-Konzerns im Sommer 2005 . Die Asiaten haben es nicht geschafft, das schwer angeschlagene Geschäft wieder auf die Beine zu bringen. Im Herbst vergangenen Jahres musste die in München angesiedelte Sparte BenQ Mobile schließlich Insolvenz anmelden. 3 000 Mitarbeiter standen daraufhin auf der Straße.

Damit nicht genug. Am Konzernsitz in Taipeh geriet das Top-Management von BenQ ins Visier der Staatsanwälte. So wird unter anderem BenQ-Chairman K.Y. Lee Insiderhandel vorgeworfen. Angeblich hat er in großem Stil Aktien verkauft, ehe der erste Quartalsverlust im Zuge der Siemens-Übernahme verkündet wurde. Lee bestreitet die Vorwürfe.

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