Oligopole
Fusion von E-Plus und O2 birgt Risiken

Wenn sie zusammengehen, verändert sich der deutsche Mobilfunkmarkt schlagartig: O2 und E-Plus schmiedeten gemeinsam den größten Anbieter der Branche. Wettbewerbshüter sehen das mit Unbehagen und warnen vor Gefahren.
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FrankfurtDie Monopolkommission warnt vor der geplanten Fusion der Mobilfunkanbieter E-Plus und O2 in Deutschland. „Wir stehen der Tendenz zu mehr Konzentration auf den Mobilfunkmärkten kritisch gegenüber“, sagte der Kommissionsvorsitzende Daniel Zimmer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Durch den Zusammenschluss würden E-Plus und O2 dicht an die beiden Rivalen Deutsche Telekom und Vodafone heranrücken. Zimmer warnte davor, den Markt auf weniger als vier Anbieter zu verengen: „Bei einer derartigen Anbieterkonzentration kann es leichter dazu kommen, dass der Wettbewerb nachlässt.“ Das gelte besonders dann, wenn die verbleibenden drei Wettbewerber eine ähnliche Größe und vergleichbare Kostenstrukturen haben.

KPN, zu der E-Plus gehört, teilte am Mittwoch nach einer außerordentlichen Hauptversammlung mit, sobald die Zustimmung der zuständigen Behörden vorliege, werde KPN fünf Milliarden Euro in Bar und einen Anteil von 20,5 Prozent an Telefónica Deutschland erhalten. O2 und E-Plus hatten den Zusammenschluss Ende Juli verkündet. Der KPN-Hauptaktionär und mexikanische Milliardär Carlos Slim hatte seinen Widerstand gegen das Geschäft aufgegeben, nachdem Telefónica sein Angebot deutlich nachgebessert hatte. Entstehen soll aus den bisherigen Nummern drei und Nummer vier auf dem Markt der dann größte deutsche Mobilfunk-Anbieter mit insgesamt 43 Millionen Kunden - vor der Deutschen Telekom und Vodafone. Da Telefónica auch über ein Festnetz in Deutschland verfügt, könnten die beiden Unternehmen die Marktführer Telekom und Vodafone auch auf diesem Markt angreifen.

Für den Fall, dass die Europäische Kommission die Fusion trotz dieser problematischen Punkte genehmigt, schlug Zimmer die Umverteilung von Funkfrequenzen vor. Die Bundesnetzagentur bereitet hier zur Zeit eine neue Versteigerung vor. „Wenn es zu der Fusion käme, erschiene es aus Wettbewerbsgründen wichtig, dass in einer Auktion genügend Spektrum für den Marktzutritt eines neuen Anbieters zur Verfügung steht“, sagte Zimmer der Zeitung. Die Monopolkommission berät die Bundesregierung in Wettbewerbsfragen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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