On-Demand-Software
SAP glaubt fest an das Internet

SAP will seine gesamte Produktpalette künftig auch als internetbasierte Software anbieten. Marktforscher bestätigen die guten Aussichten für solche Software. Doch bisher hat sich der Walldorfer Softwarekonzern bei der Entwicklung internetbasierter Angebote außerordentlich schwer getan.

HANNOVER. Der Walldorfer Softwarekonzern SAP will die gesamte Produktpalette auf Dauer auch als internetbasierte Software anbieten. „Wir verfolgen eine Hybridstrategie, das heißt die Kunden können entscheiden, ob sie eine Software vor Ort installieren oder On-demand nutzen wollen“, sagte Co-Chef Leo Apotheker in Hannover. Wie lange der Umbau des Produktprogramms genau dauern wird, wollte Apotheker nicht sagen. „Das geht aber stufenweise über mehrere Jahre.“

Apotheker zeigte sich überzeugt davon, dass sich der Markt in Richtung On-Demand-Software entwickeln wird. Dabei nutzen die Unternehmen die Programme über das Internet und müssen diese nicht in eigenen Rechenzentren installieren. Die Vorteile sind ein schnellerer Einsatz der Software und in vielen Fällen geringere Unterhalts- und Betriebskosten für die Anwender. Marktforscher etwa der Gartner Group bestätigen die guten Aussichten für solche Software.

SAP besitzt bereits ein Mietprodukt für das Kundenmanagement (CRM) und das Management der Lieferkette. Bei der Entwicklung eines ERP-Mietprodukts für alle Kernabläufe eines Unternehmens tut sich das Unternehmen allerdings noch schwer und hängt kräftig hinter dem ursprünglichen Zeitplan hinterher. Seit Wochen kursieren im SAP-Umfeld Hinweise darauf, dass das bisher entwickelte Programm Business-by-Design in seiner derzeitigen Variante nicht mehr auf den Markt kommen wird. Das bestritt Apotheker gestern: „Wir arbeiten weiter an dem Programm.“

Allerdings wollte er sich nicht darauf festlegen lassen, wie lange es noch dauern wird, bis BBD marktreif ist. „Wir sind nicht unter Druck, wir lassen uns so viel Zeit wie nötig, um ein optimales Produkt auf den Markt zu bringen.“ Das größte Problem ist, mit BBD eine ähnlich hohe operative Marge zu erzielen wie im Kerngeschäft, das hier einen Wert von etwa 26 bis 28 Prozent vorweist. Selbst erfolgreiche Wettbewerber im On-Demand-Bereich wie Salesforce.com kommen bislang lediglich auf etwa zehn Prozent.

Apotheker, der im Mai als erster Vertriebsmann in der Unternehmensgeschichte die alleinige Führung bei SAP übernehmen wird, betonte, dass er weiterhin stark auf Forschung und Entwicklung setzen werde, auch in der aktuellen Krise. Zwar werde man 2009 nicht automatisch den angestrebten Budgetanteil von 13 Prozent am Umsatz erreichen. Die Ausgaben würden der Situation angepasst. Im Schnitt bleibe es aber bei dieser Größenordnung, sagte Apotheker.

Welche Auswirkungen die sich zuspitzende Krise seit Jahresanfang auf SAP hat, wollte Apotheker nicht konkret sagen, „Die Situation ist wie sie ist.“ Derzeit seien aber keine weitergehenden Personalmaßnahmen geplant. SAP hatte zu Jahresanfang den Abbau von 3 000 Stellen bekannt gegeben, den ersten breiten Jobabbau in der Unternehmensgeschichte.

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