Online-Händler
Teure Roboter vernichten Amazon-Gewinn

Der Umsatz stieg um fast einen Drittel, doch der Gewinn sackte um sagenhafte 93 Prozent ab. Große Investitionen ließen vom Amazon-Gewinn fast nichts übrig. Die Wall Street jedoch reagierte äußerst gelassen.
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New YorkDer weltgrößte Online-Händler Amazon.com hat im abgelaufenen Quartal seinen Umsatz kräftig gesteigert, aber weniger verdient und einen vorsichtigen Ausblick gegeben.

Die Erlöse seien um 29 Prozent auf 12,83 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

Der Nettogewinn ging auf sieben Millionen Dollar zurück, nach 191 Millionen Dollar vor einem Jahr.

Höhere Kosten und Investitionen wie der Kauf des Industrieroboter-Spezialisten Kiva Systems haben so gut wie den ganzen Überschuss aufgezehrt.

Amazon hatte sich auch früher schon bereit gezeigt, Gewinne für die Ausweitung des Geschäfts oder den Ausbau der technischen Infrastruktur zu opfern. Finanzchef Tom Szkutak sprach in der Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen von Investitionen in die Zukunft.

Das Unternehmen steckt gerade viel Geld unter anderem in seine Tablet-Computer und E-Book-Reader sowie die Entwicklung der Online-Dienste. Vor allem der Tablet-Rechner Kindle Fire gilt als Zuschussgeschäft. Zuletzt wurde über anstehende neue Fire-Modelle mit einem größeren Bildschirm spekuliert.

Wohin genau das Geld im zweiten Quartal gegangen ist, schlüsselte Amazon nicht auf. Das Unternehmen sprach aber unter anderem von einem Verlust von 65 Millionen Dollar aus dem 775 Millionen Dollar schweren Kauf von Kiva Systems, eines Spezialisten für Lagerhallen-Automatisierung.

Außerdem wies die Bilanz unter anderem deutlich höhere Ausgaben für „Technologie und Inhalte“ aus, knapp 1,1 Milliarden Dollar gegenüber 700 Millionen Dollar vor einem Jahr. Außerdem hatte Amazon in diesem Jahr den Aufbau 18 neuer Logistik-Zentren angekündigt, davon seien 6 bereits in Betrieb.

Für das laufende Quartal rechnet Amazon mit einem operativen Verlust von 50 bis 350 Millionen Dollar. Die Marktexperten hatten ein Plus erwartet.

Doch die Wall Street reagierte gelassen. Nachdem die Aktie nachbörslich um sieben Prozent absackte, war sie danach wieder über ein Prozent im Plus. Die Analysten glaubten offenbar an Amazon Zukunfsinvestitionen.

Wenn Amazon so weitermache, gehe es Einkaufszentren bald genau so wie Plattenläden und Buchläden, sagte Jason Moser, ein Investment-Journalist, der „New York Times“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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