Online-Musik
IT-Branche einigt sich mit GEMA

Die GEMA und die deutsche IT-Branche haben sich auf ein Vergütungsmodell für Online-Musik geeinigt. Die Vereinbarung sieht neben einer Pauschale pro Musikstück auch eine längere Zeit zum Probehören vor.
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München/HamburgDie deutsche IT-Branche und die Verwertungsgesellschaft GEMA haben sich auf eine Vergütung für Musikangebote im Internet geeinigt. Online-Musikportale müssen demnach künftig zwischen sechs und neun Cent je Musikstück an den Rechteverwerter abführen, teilte der IT-Branchenverband Bitkom am Donnerstag mit. Die GEMA vertritt die Rechte von rund 65.000 Musikschaffenden in Deutschland und treibt für sie die Tantiemen ein.

Die Verträge mit der Bitkom treten rückwirkend ab dem Jahr 2002 in Kraft. Die seither auf Hinterlegungskonten gelagerten Gebühreneinnahmen würden nun nach und nach an die Künstler ausgeschüttet, kündigte die GEMA an. „Für die seit Jahren andauernde Diskussion um die angemessene Vergütung für Online-Musiknutzungen konnte nun endlich eine einvernehmliche Lösung gefunden werden“, erklärte GEMA-Chef Harald Heker.

Die Übereinkunft sieht auch vor, dass Musikfreunde künftig einzelne Titel länger probehören können. Statt wie bisher 30 Sekunden sollen die Hörproben bis zu 90 Sekunden laufen. Ebenfalls habe man sich über die Vergütung für Streaming-Angebote verständigt, bei denen Kunden Musik über den Rechner hören, aber nicht herunterladen können. Der Bitkom und die GEMA verhandeln noch über eine ähnliche Lösung für Online-Videoangebote.

Der Internet-Konzern Google hat die Einigung begrüßt. „Das ist das richtige Signal“, sagte ein Google-Sprecher am Donnerstag auf dapd-Anfrage. Was die Einigung zwischen dem Bitkom und der Gema aber für einzelne Dienste wie das neue Google Music konkret bedeute, könne er noch nicht absehen.

Bei Google Music liegt die Musik auf zentralen Servern im Internet. Der Nutzer erwirbt eine Lizenz, kann die Titel auch lokal auf seinem Computer oder Musikgerät speichern, aber zugleich von überall aus abrufen. Der Dienste ist in Deutschland noch nicht gestartet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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