Online-Plattformen
Warum Reddit brennt und Buzzfeed boomt

Reddit-Chefin Ellen Pao ist über einen Nutzer-Aufstand gestürzt. Der Fall wirft eine grundsätzliche Frage für die Internetbranche auf: Wie lässt sich mit Online-Communities und Katzen-Content nachhaltig Geld verdienen?
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Es ist eine der größten Rebellionen, mit denen sich eine Internet-Plattform bisher rumschlagen musste: Mehr als 200.000 Menschen hatten in einer Online-Petition den Sturz von Ellen Pao, der Chefin des Web-Portals Reddit. Der Grund: Pao hatte eine Mitarbeiterin gefeuert, die in der Nutzergemeinde des Portals besonders beliebt war. Am späten Freitag warf Pao das Handtuch, Mitgründer Steve Huffman kehrt an die Spitze des Unternehmens zurück.

Über die Details des Streits ist in den vergangenen Tagen viel berichtet worden, auch darüber, ob Pao die richtige Frau an der Spitze eines der größten Online-Portale weltweit war. Doch die Welle der Entrüstung wirft eine grundsätzliche Frage auf, die viel wichtiger für die Internetbranche ist: Wie lässt sich mit Online-Communities und Katzen-Content nachhaltig Geld verdienen?

Zum Verständnis: Reddit ist, ähnlich wie die Newsseite Buzzfeed, ein Aggregator der angesagtesten Texte, Videos und Bilder aus dem Internet. In der Medienbranche nennt sich das „Kuratieren“. Aktuell besonders hip: Ein Foto zweier kuschelnder Katzen, ein Foto von einem Grill mit Paella am Meer und eine Nachricht darüber, dass alle Polizisten in Norwegen zusammengenommen im vergangenen Jahr nur zwei Schüsse abgegeben haben.

Es ist ein buntes Sammelsurium, das gegenüber harten News belanglos wirken mag – in den USA ist das Portal aber laut dem jüngsten Ranking des US-Internetunternehmens Alexa auf Platz 24 der meist besuchten Webseiten, gleich nach der Suchmaschine Bing.com. Jeden Monat steuern 230 Millionen Menschen die Seite an und rufen zehn Milliarden Seiten auf.

Reddit ist nicht der einzige Anbieter, der mit Katzencontent und Communities Millionen Dollar verdienen will – der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Nutzer ist hart. Und der aktuelle Aufschrei aus dem Netz bringt das Flaggschiff plötzlich in Schieflage. Vieles spricht dafür, dass der Anbieter auf eine riskante Strategie gesetzt hat – und redaktionell betreute Newsportale wie Buzzfeed langfristig erfolgreicher sein werden.

Reddit lebt von seiner Gemeinschaft aus rund 36 Millionen angemeldeten Nutzern und freiwilligen Foren-Moderatoren. Sie sind es, die Fundstücke aus dem Netz auf die Seite stellen, sie bewerten und in Unterforen sortieren. Aber die Debatte um Pao zeigt: Gemeinschaften im Netz sind wankelmütig. Sie aufzubauen, ist harte Arbeit – um sie zu verlieren, reicht ein einziger strategischer Fehler.

Das musste schmerzlich das Portal Digg erfahren, dessen Nutzer ganz ähnlich wie Reddit Inhalte aus dem Netz zusammenstellen: Im Jahr 2007 löschten dessen Betreiber einen Artikel, der einen digitalen Schlüssel enthielt, mit dem sich kopiergeschützte DVDs vervielfältigen ließen. Daraufhin rebellierten Nutzer in zahlreichen Beiträgen gegen Digg.

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Erlebt Reddit seinen eigenen Digg-Moment?

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  • Garnicht. Zum Glück wird das in Zukunft aber auch nicht mehr nötig sein.

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