Online-Werbung
Anzeigenblätter schlagen Internet

Allem Marketing-Hype zum Trotz – wenn es ihre Werbebudgets geht, machen die Unternehmen um das Internet einen großen Bogen und setzen lieber auf Nummer sicher – Anzeigenblätter zum Beispiel. 2006 verbuchten die vermeintliche angestaubte Werbeform einen Umsatz von 1,93 Milliarden Euro – vier Mal so viel, wie für Werbung im Internet ausgegeben wurde.

DÜSSELDORF. Selbst im Wachstumsvergleich über fünf Jahre schlagen die Anzeigenblätter das Internet. Denn Online-Werbung gilt noch immer als unsicheres Geschäft.

Die Vermarkter des Internets haben ein Problem: Für die breite Bevölkerung ist die Nutzung von Online-Diensten längst zum Alltag geworden ist. Doch die großen Werbebudgets der internationalen Konzerne fließen noch immer weitgehend am Internet – und an den Online-Agenturen – vorbei. Ein neues, europaweites Projekt soll dies nun ändern.

„Wir wollen der Industrie ein Werkzeug geben, mit der sie die Wirkung von Internet-Werbung besser versteht“, sagt Alison Fennah, Chefin des Branchenverbandes European Interactive Advertising Association (EIAA). Ein Blick auf jüngste Studie des Verbands macht klar, warum es Nachholbedarf gibt: 68 Prozent der Deutschen gehen mindestens an fünf Tagen in der Woche ins Internet, verglichen mit 79 Prozent, die in der Zeit den Fernseher einschalten. Doch während die TV-Sender 2006 mehr als 4,1 Mrd. Euro an Werbeeinnahmen hatten, entfielen auf Online-Dienste nur 495 Mill. Euro.

Ein krasses Missverhältnis also. Doch nicht allein die Kluft zwischen TV-Werbung und Internet-Werbung zeigt, dass die Bedeutung des Internets für die Werbewirtschaft gering, ja fast bedeutungslos ist. Dabei legt die öffentliche Wahrnehmung das Gegenteil nahe. Regelmäßig und oft belegen Studien die rasend schnelle Verbreitung des Internets. Nach der repräsentativen EIAA-Umfrage verbringen die deutschen Internetnutzer inzwischen 10,7 Stunden pro Woche online – das ist doppelt so viel Zeit, wie die Leser von Tageszeitungen nach eigenen Angaben für ihre Lektüre investieren. Trotzdem flossen 2006 mehr als 4,5 Mrd. Euro in die Werbung in Tageszeitungen – neun Mal so viel wie ins Internet.

Die Online-Zahlen werden selbst dann nicht besser, wenn man ihre hohen Steigerungsraten berücksichtigt. Zwar weist die Internet-Werbung seit ihrer ersten Messung vor zehn Jahren prozentual stets die größten Zuwächse aus. Doch in absoluten Zahlen liegt sie auch beim Wachstum nicht vorn. So gewann die TV-Werbung von 2005 auf 2006 rund 184 Mill. Euro hinzu, die Internet-Werbung nur 163 Mill. Euro. Im Fünfjahresvergleich wird das neue Medium sogar von so vermeintlich angestaubten Werbeformen wie den Anzeigenblättern abgehängt. Deren Umsatz legte seit 2002 um 287 Mill. Euro zu, der mit Internet-Werbung nur um 268 Mill. Euro.

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