Online-Werbung
Google kämpft um Doubleclick

Der Internetkonzern Google kämpft um die geplante Übernahme des Online-Werbespezialisten Doubleclick. Bei einer Senatsanhörung zum Online-Werbemarkt im Vorfeld der Kartellentscheidungen muss der Konzern beweisen, dass das milliardenschwere Vorhaben den Wettbewerb fördert, statt ihn zu behindern. Google trifft auf harte Gegner.

DÜSSELDORF. David Drummond, Chefjustiziar des Suchmaschinen- und Onlinewerbegiganten, hat am gestrigen Donnerstag Nacht deutscher Zeit einem Senatsausschuss Rede und Antwort stehen müssen. Er muss beweisen, dass die über drei Mrd. Dollar schwere Übernahme des Marktführers im Bereich Online-Werbenetzwerke durch die weltgrößte Internetsuchmaschine den Wettbewerb fördert, statt ihn zu behindern. Dem Hearing werden weitere folgen. Auch bei den europäischen Kartellwächtern steht eine Entscheidung noch aus. Ein Scheitern der Akquisition würde Googles ehrgeizige Expansionspläne massiv behindern.

Google trifft auf harte Gegner. Microsoft-Chefanwalt Brad Smith hat die Gegenposition der Wettbewerber dargelegt, die eine Art Quasimonopol im Online-Werbemarkt befürchten. Auch ein Vertreter der Verbraucherorganisation Electronic Privacy Information Center konnte seine Bedenken äußern.

Doubleclick platziert Werbung auf tausenden Internetseiten außerhalb des Google-Konzerns. Durch eine Zusammenarbeit würde sich die Position Googles – des Marktführers bei Suchwort-Textanzeigen – bei Werbe-Bannern und Videoanzeigen dramatisch verbessern. Noch ist hier Yahoo Marktführer.

Das Vorhaben hatte eine Art Panikreaktion bei Yahoo und Microsoft ausgelöst. Microsoft schluckte für rund sechs Milliarden Dollar den Doubleclick-Wettbewerber Aquantive und die Auktionsplattform AdECN, Yahoo sicherte sich die Werbe-Auktionsplattform Right Media für 680 Mill. Dollar. „Jeder versucht derzeit, solche integrierten Werbenetze aufzubauen“, sagt Forrester-Analyst Shar van Boskirk, „und jeder will möglichst viele Daten über seine Nutzer, um mehr verkaufen zu können.“

Der Onlinewerbemarkt umfasst noch keine zehn Prozent des gesamten Werbeaufkommens, wächst aber überproportional. Mitte der Woche hat der Branchenverband OVK (Onlinevermarkterkreis im BVDW) die Schätzung für die deutschen Werbeumsätze im Web deutlich auf 2,71 Mrd. Euro für 2007 angehoben, rund 180 Mill. Euro mehr als im Frühjahr erwartet: „Alle Vorzeichen deuten auf ein anhaltendes und überdurchschnittliches Wachstum hin“, sagte der OVK-Vorsitzende Paul Mudter.

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