Onlinespiele-Entwickler: Börsengang bringt Zynga Quartalsverlust ein

Onlinespiele-Entwickler
Börsengang bringt Zynga Quartalsverlust ein

Der erste Quartalsbericht des Social-Games-Platzhirsch Zynga seit dem Börsengang zeigt einen Verlust von 435 Millionen Dollar. Bereinigt um die Kosten des Börsenganges ist die Situation jedoch rosiger.
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San FranciscoDer Onlinespiele-Anbieter Zynga kann sein rasantes Wachstumstempo nicht halten. Im vierten Quartal legte die Zahl der Nutzer im Vergleich zum Vorjahr zwar um 13 Prozent auf 54 Millionen zu. Zum Vorquartal konnte der US-Konzern damit jedoch kaum neue Spieler für „CityVille“, „Farmville“ und Co. gewinnen. Analysten sorgen sich zunehmend, Zynga könnte zu wenig Geld pro Nutzer einnehmen, um nachhaltig in der Erfolgsspur zu bleiben. Erst im Dezember war das Unternehmen von Mark Pincus an die Börse gegangen und lieferte damit eine Art Blaupause für Facebook, über dessen Plattform die meisten Zynga-Spiele laufen. Diesen dürfte nun auch beunruhigen, dass Zynga mit einem schwachen Ausblick für das erste Halbjahr überraschte. 

Die Aktie brach am Mittwoch vorbörslich fast elf Prozent ein. Seit der Ankündigung von Facebook, im laufenden Jahr den Sprung aufs Parkett zu wagen, ist der Aktienkurs allerdings um mehr als 25 Prozent in die Höhe geschossen. 

Zynga veröffentlichte am Dienstag nach US-Börsenschluss das erste Mal nach dem Börsengang Quartalszahlen. Der Umsatz erhöhte sich um knapp 60 Prozent auf etwa 311 Millionen Dollar. Analysten hatten mit zehn Millionen Dollar weniger gerechnet. Unter dem Strich rutschte Zynga wegen Kompensationszahlungen im Zusammenhang mit dem IPO mit 435 Millionen Dollar ins Minus. Ohne diese Aufwendungen stand ein Gewinn von 37,2 Millionen Dollar in der Bilanz und damit mehr als von Analysten erwartet. 

Zynga war im Dezember an die Börse gegangen. Der Rivale von Electronic Arts nahm dabei eine Milliarde Dollar ein, womit ihm der größte US-Börsengang eines Internetunternehmens seit dem IPO von Google gelang. Zynga ist der größte Anbieter von Spielen bei Facebook. Dahinter folgen Electronic Arts und das noch junge Berliner Unternehmen Wooga mit Angeboten wie „Monster World“ und „Brain Buddies“, die auf 40 Millionen Spieler monatlich kommen. 

Zynga und Wooga sind auf den Erfolg Facebooks angewiesen. In den Unterlagen für den Börsengang gab Zynga an, 94 Prozent seiner Erlöse kämen von Facebook. Facebook wiederum erklärte jüngst, zwölf Prozent seiner Umsätze mit Hilfe von Zynga zu erwirtschaften. Analysten schauen deswegen bei Zynga genau hin, wenn es um die Frage geht, wie es künftig verstärkt Spiele auf Smartphones und Tablets bringen will. 

Bisher verdient Zynga vor allem mit dem Verkauf von virtuellen Gütern für Spiele wie Traktoren, Häuser oder Pokerchips. Das in San Francisco ansässige Unternehmen rechnet aber damit, dass sich die Nutzer im ersten Halbjahr mit Käufen noch zurückhalten. Zynga-Manager John Schappert begründete dies damit, dass die Spiele so entwickelt seien, dass sie sich erst über die gesamte Lebenszeit amortisierten. „Es ist nicht wie bei einem Kinostart“, sagte er Reuters. „Diese Spiele haben einen langen Schwanz und generieren über die Zeit Geld. Deswegen verfügen wir immer noch über die sechs am meisten genutzten Spiele bei Facebook.“ Für das laufende Jahr rechnet Zynga mit einem Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um mindesten 28 Prozent auf eine Spanne zwischen 390 und 440 Millionen Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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