Operative Ziele bekräftigt
Restrukturierungskosten drücken Software AG in Verlustzone

Die Fokussierung auf zwei Produktlinien schmeißt die bisherigen Planungen des Darmstädter Softwarehauses Software AG über den Haufen. Das Unternehmen erwartet wegen der anfallenden Restrukturierungskosten nun rote Zahlen beim Nachsteuerergebnis.

HB FRANKFURT. Das zweitgrößte deutsche Softwarehaus nach SAP teilte am Donnerstag in Darmstadt mit, durch einen einmaligen Sonderaufwand für Restrukturierung in Höhe von 13 bis 17 Mill. € werde im Jahr 2003 nach Steuern ein Verlust anfallen. Bislang hatte die Software AG einen Gewinn nach Steuern erwartet. Die Restrukturierung soll im kommenden Jahr zu Kosteneinsparungen von zehn Mill. € und danach zu Einsparungen von jährlich rund 20 Mill. € führen.

Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedeten nach Unternehmensangaben eine neue strategische Ausrichtung des Konzerns, der in den vergangenen beiden Jahren unter anderem mit massiven Entlassungen auf Umsatzrückgänge reagierte. Künftig will sich die Software AG auf die zwei Produktlinien XML-Datenbanken und Großrechner konzentrieren, die jedoch bereits derzeit die Aktivitäten des Unternehmens dominierten. „Die Fokussierung konsolidiert den Bereich Forschung und Entwicklung“, teilte das Unternehmen mit. Im Rahmen dieser Fokussierung werde unter anderem die indische Tochter künftig die technische Unterstützung von Deutschland übernehmen. Bei konstantem Geschäftsvolumen erziele die Software AG dadurch Einsparungen bei der Entwicklung von Anwenderlösungen. Künftige Produktanpassungen erforderten deutlich weniger Aufwand, was die Kosten reduziere.

Wie andere Software-Häuser hat das Unternehmen nach den durch die Euro-Umstellung und den Jahrtausend-Wechsel ausgelösten Boomjahren mit einer schwachen Nachfrage zu kämpfen. Die operativen Ziele für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte die Software AG erneut. Danach soll der operative Gewinn zehn bis 15 % über dem Vorjahreswert von 32 Mill. € liegen. An der Börse führte die Korrektur der Gewinnerwartungen vorübergehend zu Kursverlusten. Im späten Handel drehten die im TecDax notierten Aktien jedoch in einem behauptetem Gesamtmarkt wieder ins Plus und wurden mit einem Aufschlag von 0,8 % bei 18,65 € gehandelt.

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