Operativer Gewinn sinkt
Preisverfall belastet Versatel

Der Telekommunikationsanbieter Versatel hat den Preisverfall im Privat- und Geschäftskundensegment zu spüren bekommen. Der operative Gewinn hat sich merklich verringert. Der Verlust, der sich unter dem Strich ergibt vervielfachte sich.

HB DÜSSELDORF. Im ersten Quartal sank das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,6 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Damit habe es aber immer noch über den eigenen Erwartungen gelegen. Der Fehlbetrag verdreifachte sich.

Der Breitbandmarkt ist hart umkämpft: die Preise sinken, gleichzeitig steigen die Kosten für die Kundengewinnung. Bei Versatel ging deshalb der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 6,8 Mill. Euro auf 47,3 Mill. Euro zurück. Dank eines Erlösplus von über 40 Prozent bei der Vermarktung des eigenen Netzes etwa an Wiederverkäufer stieg der Umsatz insgesamt um 6,3 Prozent auf 185,2 Mill. Euro.

Unter dem Strich fiel jedoch ein Verlust von 26,5 Mill. Euro an nach einem Minus von 7,9 Mill. Euro vor Jahresfrist. Hier wirkten sich zusätzlich Rückstellungen für das laufende Sparprogramm, Abschreibungen auf den Netzausbau und steuerliche Effekte aus. Das Sparprogramm sieht unter anderem den Abbau von rund 200 Arbeitsplätzen vor und soll die Kosten des Unternehmens um mindestens 30 Mill. Euro senken. Die Einsparungen sollen 2009 voll wirksam werden, dann will Versatel auch auf Jahresbasis eine schwarze Null schreiben. Unternehmenschef Peer Knauer sieht erste Erfolge: Sozialplan und Interessenausgleich seien im ersten Quartal unterzeichnet worden.

Versatel fährt die Marketingkosten herunter und rechnet daher mit deutlich weniger neuen DSL-Privatkunden als 2007, als 185 000 Nutzer hinzukamen. Im ersten Quartal erhöhte sich ihre Zahl um 30 000. "Wir sind damit auf einem guten Weg, den geplanten Bestandskundenzuwachs von 100 000 bis 120 000 Kunden im Jahr 2008 zu erreichen", sagte Knauer.

Der Versatel-Chef erwägt Zukäufe, um das DSL-Geschäft zu stärken. Interesse hatte er am Internetgeschäft des Konkurrenten Freenet signalisiert, früheren Angaben zufolge kann er sich aber auch einen größeren Verbund mit Wettbewerbern wie United Internet oder Telefonica vorstellen, um ein Gegengewicht zu Deutsche Telekom und Arcor zu schaffen.

Für das Gesamtjahr bestätigte Versatel die Prognose: Der Umsatz soll auf 730 bis 740 (Vorjahr: 700) Mill. Euro steigen, das Ebitda auf 200 Mill. Euro. Den Konzernverlust will Versatel nach früheren Angaben halbieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%