Optimistische Prognose
IT-Branche will Tausende neue Jobs schaffen

Zum Auftakt der Cebit macht Bitkom-Chef Kempf der IT-Branche Mut. Nach einem Minusjahr sollen die Umsätze wieder steigen und mindestens 10.000 Jobs geschaffen werden. Der „große Renner“ seien weiterhin Smartphones.
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HannoverMehr Wachstum, mehr Jobs und mehr Verbrauchervertrauen will die deutsche IT-Branche in diesem Jahr erreichen. Der Branchenverband Bitkom rechnet mit einem Umsatzplus von fast zwei Prozent und mindestens 10.000 Arbeitsplätzen zusätzlich, wie sein Präsident Dieter Kempf am Sonntag zum Auftakt der Computermesse Cebit in Hannover sagte. Im Lichte von Spionage- und Datenklau-Affären mahnte er zum vorsichtigen Umgang mit großen Datenmengen.

Im vergangenen Jahr war die IT- und Telekommunikationsbranche laut Bitkom um 0,5 Prozent geschrumpft. In diesem Jahr soll der Umsatz um 1,7 Prozent auf 153,4 Milliarden Euro zulegen. Allerdings verteilt sich dies ungleichmäßig: Der Umsatz mit Telekommunikationsdiensten wird laut Bitkom weiter schrumpfen, deutlich wachsen soll hingegen der Umsatz mit Software und Smartphones. Erholen dürfte sich auch die Unterhaltungselektronik, nicht zuletzt dank der Fußball-Weltmeisterschaft. Denn bei großen Sportereignissen schaffen sich Verbraucher besonders gern neue Fernseher an, wie Kempf sagte.

Im weltweiten Vergleich fällt der Ausblick allerdings recht moderat aus. Die globale IT- und Telekommunikationswirtschaft wird 2014 laut Bitkom um 4,5 Prozent wachsen, allein in China werden es demnach rund elf Prozent sein. Deutschland stehe zwar mit einem weltweiten Marktanteil von 4,1 Prozent gut da, drohe aber zurückzufallen, mahnte Kempf.

Die Cebit wird nach den Eröffnungsfeierlichkeiten am Sonntagabend am Montagmorgen ihre Tore für Besucher öffnen. Im Mittelpunkt steht das Schlagwort „Datability“ - darunter fällt die Nutzung großer Datenmengen, aber auch ihr Schutz. Nach Angaben von Cebit-Chef Oliver Frese befassen sich mehr als 500 der rund 3400 Cebit-Aussteller aus 70 Ländern mit Fragen der IT-Sicherheit.

Kempf betonte, die Branche müsse den „Spagat“ zwischen Datennutzung und Datenschutz beherrschen. Ständig wachsende Datenmengen böten enormes wirtschaftliches Potenzial.

Die Diskussion über Missbrauch und unerwünschten Zugriff auf persönliche Daten war insbesondere von den Enthüllungen über weltumspannende Spionageaktivitäten des US-Geheimdienstes NSA und anderer Dienste entbrannt. Fast 60 Prozent der Verbraucher sagten in einer Bitkom-Umfrage, die NSA-Affäre habe ihre Haltung zur Datenverarbeitung negativ beeinflusst. Hacker-Attacken wie der Diebstahl von rund 16 Millionen Login-Daten für E-Mail-Konten und Angriffe auf Internet-Router taten ihr Übriges, um Datenschutzbedenken zu fördern.

Unternehmen müssten deshalb dafür sorgen, dass Kunden sich leicht über die Speicherung und Nutzung ihrer Daten informieren können, sagte Kempf. Jede Firma wolle am Ende gute Geschäfte machen und müsse deshalb die Erwartungen der Kunden berücksichtigen. Zugleich empfahl der Bitkom-Präsident den Verbrauchen „Datensparsamkeit“.

Auch Cebit-Chef Frese sagte, es lasse sich nicht über „Big Data“ diskutieren, ohne die Frage der Sicherheit zu stellen. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass die intelligente Nutzung großer Datenmengen für die Allgemeinheit vorteilhaft sein könne, zum Beispiel bei der Verkehrsanalyse oder der Suche nach geeigneten Krebstherapien. „Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts.“

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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