Oracle verlängert Frist erneut
Mehrheit der Peoplesoft-Aktien für Oracle

Die Übernahmeschlacht zwischen Oracle und Peoplesoft geht weiter: Bis Freitagabend wollten mehr als 60 Prozent der Peoplesoft-Aktionäre ihre Aktien zum angebotenen Preis verkaufen. Die Frist wurde erneut verlängert.

HB BERLIN. Der US-Unternehmenssoftwarehersteller Oracle ist dem Ziel, den Konkurrenten Peoplesoft zu übernehmen, näher gekommen. Wie Oracle in der Nacht zu Samstag mitteilte, wurden dem Unternehmen bis Freitag Mitternacht New Yorker Zeit 228,7 Millionen Peoplesoft-Aktien oder mehr als 60 Prozent der Anteile zum Übernahme-Angebot von 24 Dollar je Aktie angeboten.

Um diese Uhrzeit war die Frist für das Angebot abgelaufen. Oracle hatte zuvor deutlich gemacht, die Frist nicht verlängern zu wollen, falls bis dahin nicht mindestens die Hälfte der Anteilseigner zu einem Verkauf ihrer Papiere bereit seien. Jetzt verlängerte Oracle seine Offerte bis Silvester 18 Uhr New Yorker Zeit. Insgesamt beläuft sich das Angebot auf 9,2 Milliarden Dollar. Am Freitag schlossen Peoplesoft 1,1 Prozent fester bei 23,17 Dollar.

«Die Eigentümer von Peoplesoft haben gesprochen und mit überwältigender Mehrheit entschieden, ihre Aktien zu 24 Dollar je Stück an Oracle zu verkaufen», sagte Oracle-Chef Larry Ellison. Es sei Zeit, die Sache zu einem Abschluss zu bringen. Oracle bat den Peoplesoft-Vorstand, der seinen Anlegern stets von der Annahme des Angebots abgeraten hatte, zu einem baldmöglichsten Treffen. Oracle bezeichnete seine Offerte erneut als «beste und endgültige».

Im Übernahmekampf sind die Beobachter nun auf den nächsten Schritt des Peoplesoft-Vorstandes gespannt, der seinen Anlegern stets hatte. Noch läuft eine Gegenkampagne von Peopleosoft, eine so genannte «Giftpille»: Das Unternehmen könnte neue Aktien ausgeben, wodurch die Übernahme von Peoplesoft Oracle wesentlich teurer käme. Oracle hat bereits Klage gegen die Abwehrmaßnahme eingereicht. Am kommenden Mittwoch ist eine Sitzung vor Gericht in Delaware anberaumt - falls Peoplesoft bis dahin nicht seine «Giftpille» zurückzieht. Analysten und Rechtsexperten gehen davon aus, dass das Gericht wohl nicht gegen die Maßnahme entscheiden dürfte.

Angesichts der deutlichen Mehrheit seiner Anleger zugunsten des Oracle-Angebots gerät Peoplesoft-Chef David Duffield aber unter zunehmenden Druck. Sein Vorgänger als CEO, Craig Conway, geriet in der Übernahmeschlacht bereits unter die Räder: Er musste erst vor wenigen Wochen gehen. Ihm wurde vorgeworfen, im September vor Analysten die Unwahrheit gesagt zu haben. Dies bestritt Conway indes.

Der Übernahmekampf läuft nun bereits seit fast eineinhalb Jahren und kostete beide Unternehmen bislang insgesamt rund 169 Millionen Dollar. Zunächst bot Oracle 16 Dollar je Peoplesoft-Aktie, erhöhte das Angebot schrittweise bis auf 26 Dollar im Februar. Anschließend senkte Ellison die Offerte wieder und begründete dies mit einem zurückgegangenen Marktwert von Peoplesoft. Die Kontrollbehörden in den USA und Europa haben der Übernahme schon zugestimmt.

Die Schlacht zwischen Peoplesoft und Oracle nutzte bisher vor allem der Konkurrenz: Businesskunden entschieden sich angesichts des unsicheren Ausgangs des Kampfes zunehmend für Software des deutschen Marktführers SAP.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%