Otto erhält wieder Zugriff auf die lang gesperrten Konten der Spiegel Holding
Spiegel-Affäre kostet Otto 104 Millionen

104 Millionen Dollar will der Hamburger Versandhaus-Milliardär Michael Otto zahlen, um sein unglückliches Engagement in den USA abzuschließen.

NEW YORK/FRANKFURT. Auf diese Summe hat sich seine Familienholding nach Informationen aus Unternehmenskreisen außergerichtlich mit den Gläubigern seines in Konkurs befindlichen US-Versandhändlers Spiegel Inc. geeinigt.

Im Gegenzug erhält Otto Sicherheit vor neuen Klagen, mit denen er rechnen musste, weil Spiegel 15 Monate lang keine Finanzergebnisse veröffentlicht hatte. Außerdem erhält Otto wieder Zugriff auf die gesperrten US-Konten der Spiegel Holding, auf denen 30 Mill. Dollar liegen. Damit kann er einen Teil der Zahlung an die Banken bestreiten, die verbleibenden 74 Mill. Dollar bringen Otto und seine Familie auf.

Details werden in den kommenden Tagen erwartet, wenn die Einigung dem US-Gericht vorgelegt wird, bei dem Spiegel Gläubigerschutz (Chapter 11) beantragt hat. Zu erfahren war, dass Otto zusätzlich zur Zahlung von 104 Mill. Dollar auch auf die Rückzahlung von 160 Mill. Dollar verzichtet, die seine Holding Spiegel während der Monate vor dem Konkursantrag geliehen hatte. Außerdem verliert er seinen 89-Prozent-Anteil an der Versandhandels-Gruppe, die zu 100 Prozent ins Eigentum der Gläubigerbanken übergeht. Von den Geschäftsbereichen ist nur noch der Bekleidungsversender Eddie Bauer vorhanden, der nicht zu einem akzeptablen Preis verkauft werden konnte.

Trotz des Rückschlags will Otto nach Angaben eines Sprechers möglicherweise wieder mit einem Anteil bei Eddie Bauer einsteigen. Das Interesse am US-Markt bestehe nach wie vor, sagt der Sprecher. Unklar ist, ob die Einigung – wenn vom Gericht akzeptiert – auch die Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC beendet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%