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Google gibt den Zeitungsretter

Google zieht immer wieder Kritik von Verlagen auf sich. Jetzt hat ausgerechnet der Internet-Konzern US-Verlegern in der Diskussion über die Zukunft der Medien ein Bezahlsystem vorgeschlagen, mit dem auch der Kauf einzelner Artikel abgerechnet werden könnte.

DÜSSELDORF. Im Frühjahr zweifelte Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski noch: „Ich glaube nicht, dass es möglich sein wird, ein flächendeckendes Bezahlsystem im Internet aufzubauen.“ Nun widerfährt ihm – und den Verlagen der Welt – Hilfe aus unerwarteter Richtung: Google.

Der Internet-Konzern will seinen Bezahldienst Checkout erweitern, um es Medienhäusern – aber auch anderen Unternehmen – zu erleichtern, kleine Beträge bei Kunden einzutreiben. Dies geht aus einem Papier hervor, das Google für den US-Zeitungsverband NAA verfasst hat. Dieser hatte um Ideen gebeten, wie gerade lokale Medien im Internet Geld aus ihren Inhalten generieren können.

Google erklärt in dem Schreiben, es sehe Werbung weiter als wichtigste Einnahmequelle im Web. Bezahlmodelle könnten aber eine „bedeutende Quelle zusätzlicher Einnahmen“ sein. Dabei regt der Konzern an, ein Portal zu gründen, das Zeitungsinhalte so verkauft, wie Apple dies mit seinem Musikdienst iTunes tut. Dort teilen sich der Computerhersteller und die Musikindustrie die Einnahmen im Verhältnis 30 Prozent zu 70 Prozent. Einen Zeitplan nennt Google nicht.

Ob der Verkauf von Inhalten tatsächlich eine große Einnahmequelle für Medienhäuser sein kann, darüber streitet die Branche weltweit. Seit Wochen kündigen auch deutsche Zeitungshäuser – darunter die Verlagsgruppe Handelsblatt – an, für Teile ihrer Inhalte im Web künftig Geld zu verlangen.

Walter Isaacson, der Chef des Aspen-Instituts, behauptete im Februar in einem Essay: „ Der Schlüssel zum Online-Umsatz liegt in einem System von Micropayment, das so bequem zu handhaben ist wie iTunes.“ Der New Yorker Medienberater und Journalismus-Professor Jeff Jarvis meint dagegen: „Für die meisten Verlage ist es nicht nur sinnlos, ihre Hoffnungen auf bezahlte Inhalte zu setzen, sondern selbstmörderisch.“ Das Abschotten der Inhalte lasse die Leserzahl sinken und damit auch die Werbeeinnahmen.

Checkout existiert bereits seit 2006, gilt in der Branche aber als wenig erfolgreich. Wie viel Umsatz der Dienst macht, verschweigt Google. In dem Papier ist die Rede von einer achtstelligen Nutzerzahl und Bestellungen im Wert von mehreren Milliarden Dollar. Für jede Transaktion, die mit Checkout abgewickelt wird, erhält Google 30 US-Cent sowie eine prozentuale Beteiligung zwischen 1,9 und 2,9 Prozent vom Umsatz.

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