Panne bei Google
Street-View-Fahrzeuge sammelten Mails und Passwörter

Der US-Internetriese Google muss erneut eine schwere Datenpanne eingestehen: Auf ihren Kamerafahrten haben Googles Streetview-Autos auch Passwörter und Email-Adressen der Anwohner eingesammelt, gab das Unternehmen am Abend bekannt. Der Internetriese will die Daten sofort löschen.
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HB MOUNTAIN VIEW/BERLIN. Googles Street-View-Kamerawagen haben bei ihren Fahrten zum Teil auch unverschlüsselt verschickte E-Mails und Passwörter aufgezeichnet. Das hätten Behörden-Untersuchungen ergeben, teilte Google am Freitag in einem Blog-Eintrag mit. Ob auch Deutschland betroffen ist, blieb zunächst unklar.

„Soweit wir wissen, sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen, so dass noch kein Abschlussbericht vorliegt“, sagte ein Sprecher auf Anfrage zur Lage in Deutschland. „Wir haben die Behörden in ihren Untersuchungen von Beginn an unterstützt.“

Google hatte im Mai eingeräumt, dass die Kamerawagen, die Bilder für den Online-Straßenatlas Street View machten, auch Informationen aus unverschlüsselten WLAN-Netzen aufgezeichnet hatten. Das sei durch einen Software-Fehler passiert und lange nicht aufgefallen. Die Informationen seien nur sehr bruchstückhaft mitgeschnitten worden, da die Empfänger in den Autos fünfmal pro Sekunde den Kanal gewechselt hätten.

Das Eingeständnis hatte Untersuchungen in mehreren Ländern ausgelöst. In Deutschland prüfen Datenschützer und die Staatsanwaltschaft den Vorgang. Google betont, die Informationen nicht ausgewertet, sondern den Behörden übergeben zu haben. Erst bei deren Untersuchungen sei aufgefallen, dass auch ganze E-Mails, Internet-Adressen und Passwörter unter den Daten seien, hieß es nun.

„Wir sind beschämt darüber, was passiert ist“, schrieb Google- Manager Alan Eustace in dem Blogeintrag. „Wir wollen diese Daten so schnell wie möglich löschen und ich möchte mich erneut dafür entschuldigen, dass wir sie überhaupt aufgezeichnet haben.“

Die Kamerawagen hatte Google noch im Mai von der Straße genommen. In einigen Ländern sind sie wieder unterwegs – jedoch gänzlich ohne die WLAN-Empfänger, wie der Konzern betont.

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