Paper-Premiere: Facebook veröffentlicht eigene Nachrichten-App

Paper-Premiere
Facebook veröffentlicht eigene Nachrichten-App

Das soziale Netzwerk dringt in den Nachrichtenmarkt vor und nimmt den Kampf gegen Flipboard und Co. auf. Die neue App „Paper“ wird am 3. Februar veröffentlicht – zunächst aber nur für iOS und nur in den USA.
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Das soziale Netzwerk Facebook steht in den USA kurz vor dem Einstieg in den App-Markt. Ab dem 3. Februar soll eine eigene Nachrichten-App unter dem Namen „Paper“ verfügbar sein, meldet das Unternehmen – zunächst allerdings nur für Apples mobiles Betriebssystem iOS. Das Programm soll, ähnlich wie die bereits etablierten Apps Flipboard oder Googles Currents, personalisierte Nachrichten schnell und einfach in Bildform darstellen.

Inhalte für Facebook Paper sollen Verlage liefern, Blogs, Facebook selber, aber auch Nutzer selbst sollen in der Lage sein, mit der App eigene Inhalte zu erstellen und zu teilen. Die Darstellung konzentriert sich dabei auf Bilder und Videos, dazu lassen sich auch Texte einbinden. Ersten Bildern zufolge unterscheidet sich „Paper“ stark von der aktuellen Facebook-App für Mobilgeräte. Auffällig ist der fast vollständige Verzicht auf Schaltflächen bei gleichzeitiger Nutzung von Gestensteuerung. Auch neue Veröffentlichungsformen für Bilder sollen möglich sein. So sind etwa großformatige Fotos zu sehen, die der Nutzer mittels Schwenkbewegungen „erkunden“ kann. Dem Vernehmen nach soll das Programm zunächst werbefrei sein.

Die Veröffentlichung einer eigenen Nachrichten-App setzt einen kleinen Trend innerhalb des Netzwerks fort. Vergangenes Jahr hatte Facebook bereits erklärt, seinen Newsfeed-Algorithmus insofern zu verändern, dass er tatsächliche Nachrichten stärker gewichtet als Katzenbilder oder sonstige Internet-Memes. Paper ist außerdem das erste Produkt aus den Creative Labs der Kalifornier. Konzeption und Entwicklung sollen rund neun Monate gedauert haben.

Bei mehr als 1,2 Milliarden Nutzern weltweit dürfte es etwas dauern, bis die neue App in allen Ländern und für alle Plattformen verfügbar ist. Entsprechend gibt es auch noch kein Veröffentlichungsdatum für Deutschland. Nach bislang eher enttäuschenden Eigenentwicklungen wie Facebook Home, Facebook Camera oder einem Snapchat-Klon namens „Poke“ (Anstupsen), ist „Paper“ nun einer neuer Versuch, Nutzer auch jenseits der häufig kritisierten Facebook-Mobilanwendung zu binden. Gegenüber der Nachrichtenseite „The Verge“ wollten sich die Entwickler allerdings nicht dazu äußern, ob oder wie Paper in Zukunft ein Ersatz für die aktuelle Mobilversion des sozialen Netzwerks sein könnte.

Till Simon Nagel
Till Simon Nagel
Handelsblatt Online / Freier Mitarbeiter

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