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05.11.2006 
„Fernsehen funktioniert. Die Leute lieben Fernsehen“

Parsons warnt vor zweiter Internetblase

Der Chef des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner, Richard Parsons, warnt vor einer übertriebenen Interneteuphorie.

DÜSSELDORF. „Wir könnten uns durchaus in einer zweiten Internetblase befinden“, sagte Parsons mit Blick auf den Boom von Internet-Unternehmen zur Jahrtausendwende, der mit Kurseinbrüchen und Insolvenzen vieler Firmen endete, dem Handelsblatt (Montagsausgabe). „Es gibt eine große Internet-Euphorie, die in einem Flop münden könnte.“ Man könne derzeit sehr viel Geld verdienen – aber auch verlieren.

Daher sieht Parsons auch die Übernahme der Online-Videoplattform Youtube durch die Internetsuchmaschine Google kritisch. Google zahle 1,65 Milliarden Dollar "für eine Firma, die vor eineinhalb Jahren noch niemand kannte“, sagt der Chef des US-Medienkonzerns. Dabei habe Youtube keine eigene Technologie; das „Kunststück“ der Plattform sei gewesen, eine sehr erfolgreiche Website aufzubauen. „Doch wer garantiert, dass nicht morgen ein anderes Unternehmen kommt, das eine neue Internetseite aus dem Boden stampft, wo jeder hinrennt?“

Trotz neuer Formate wie Youtube und einer rasanten Veränderung der Medienwelt glaubt Parsons an die Zukunft des klassischen Fernsehens. „Fernsehen funktioniert. Die Leute lieben Fernsehen“, sagt er. Parsons kündigte an, künftig stärker Fernsehformate in europäischen Ländern vor Ort zu produzieren. Zukäufe von europäischen Fernsehsendern schloss er nicht aus; ein Einstieg bei der zum Verkauf stehenden deutschen Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 sei aber derzeit „eher unwahrscheinlich als wahrscheinlich“.

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