Part-Time-Scientists Berliner Start-up plant LTE-Funknetz auf dem Mond

Ein Berliner Start-up will das erste LTE-Funknetz auf dem Mond spannen. Es soll für reibungslose, schnelle und energiesparende Kommunikation sorgen – und sogar Bilder von der Oberfläche des Erdtrabanten senden.
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Der Regierende Bürgermeister von Berlin überzeugt sich beim Start-up-Unternehmen Part-Time-Scientists von Audis Mondfahrzeug. Quelle: dpa
Robert Böhme und Michael Müller

Der Regierende Bürgermeister von Berlin überzeugt sich beim Start-up-Unternehmen Part-Time-Scientists von Audis Mondfahrzeug.

(Foto: dpa)

BerlinDie Funkverbindung LTE-V soll künftig Fahrzeuge im Straßenverkehr miteinander vernetzen – doch auch auf dem Mond soll im kommenden Jahr ein solches Netz entstehen. „Wir wollen zeigen, dass LTE auf dem Mond funktioniert“, sagt Robert Böhme, Chef des Berliner Start-ups Part-Time-Scientists, das sich der privaten Raumfahrt verschrieben hat und gerade eine Mondlandung vorbereitet. Eine Falcon-Trägerrakete soll 2018 mit der Technik von Cape Canaveral starten.

Bei dem ambitionierten Projekt sollen in Kooperation mit dem Telekommunikationskonzern Vodafone das Landemodul Alina sowie zwei kleine Lunar Rover des Autoherstellers Audi auf dem Mond mit der Funktechnik ausgestattet werden. Damit könnten sich die Rover voneinander wegbewegen und trotzdem in Verbindung bleiben. Zudem werde eine kontinuierliche Übertragung von Informationen und Bildern zur Erde ermöglicht und vor allem ein Energie-Problem gelöst, erklärt Böhme. Betrieb und Übertragung benötigten bei LTE nur einen Bruchteil des Stroms im Vergleich zu herkömmlichen Standards.

Nasa zeigt den Mond von hinten
Der Mond von hinten
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Aus einer Distanz von etwa 1,6 Millionen Kilometern hat der Satellit DSCOVR (Deep Space Climate Observatory) faszinierende Fotos von Erde und Mond aufgenommen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa veröffentlichte am 6. August 2015 Bilder, die Mitte Juli gemacht wurden und die Rückseite des Mondes zeigen. Auf der Website der Nasa ist dazu eine kleine Animation zu sehen, wie der Mond an der Erde vorbeigleitet.

Wegen seiner sogenannten gebundenen Rotation wendet der Mond der Erde immer die gleiche Seite zu. Erstmals wurde seine Rückseite 1959 von der sowjetischen Sonde Lunik 3 erkundet.

Der ältere Cousin der Erde
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Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa haben im Juli 2015 einen erdähnlichen Planeten entdeckt. Der „Kepler-452b“ (hier eine Illustration der Nasa) getaufte Himmelskörper sei eine Art „größerer und älterer Cousin“ der Erde, teilten die Forscher bei einer Pressekonferenz mit. Der mit dem Weltraumteleskop „Kepler“ entdeckte Planet befinde sich in der bewohnbaren Zone nahe eines anderen sonnenartigen Sterns.

Wasser könnte dort flüssig sein - eine der Grundvoraussetzungen für Leben. Von allen bislang entdeckten Planeten ähnele „Kepler-452b“ bislang am meisten der Erde, sagte Nasa-Manager John Grunsfeld. „Dieses aufregende Ergebnis bringt uns einen Schritt näher zur Entdeckung einer Erde 2.0.“

Kepler-452b
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Sein Durchmesser ist 60 Prozent größer als der der Erde. Gewicht und Zusammensetzung des Planeten haben die Forscher noch nicht genau bestimmen können, die Wahrscheinlichkeit sei aber hoch, dass er felsig sei. Der neu entdeckte Planet ist fünf Prozent weiter von seinem sonnenartigen Stern „Kepler-452“ entfernt, als die Erde von der Sonne. Er braucht 385 Tage, um den Stern einmal zu umrunden. Der Stern „Kepler-452“ ist sechs Milliarden Jahre alt - 1,5 Milliarden Jahre älter als unsere Sonne - und 20 Prozent heller.

Das „Kepler-452“-Sonnensystem liegt im Sternbild Schwan rund 1400 Lichtjahre von unserer Erde entfernt. „Es ist beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass dieser Planet sechs Milliarden Jahre in der bewohnbaren Zone eines Sterns verbracht hat, länger als die Erde“, sagte Nasa-Wissenschaftler Jon Jenkins. „Das ist eine wesentliche Möglichkeit für die Entstehung von Leben – wenn denn alle wesentlichen Voraussetzungen und Konditionen dafür auf diesem Planeten existieren.“

Die Erde voll im Blick
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Dieses Bild hat Seltenheitswert. Denn so vollkommen von der Sonne erleuchtet, kann die Erde nur ganz selten eingefangen werden. Das letzte Mal gelang das den Apollo-17-Astronauten 1972. Das Foto - "Blue Marble" genannt - ist legendär. Die neue Aufnahme wurde jetzt vom Satelliten Deep Space Climate Observatory (DSCOVR) aus einer Entfernung von über eine Million Kilometer gemacht. Die Kamera EPIC schoss dieses Farbfoto. Das ist die Abkürzung für "Earth Polychromatic Imaging Camera" - eine Kombination aus 4-Megapixel-Kamera und Teleskop. Das Bild ist zusammengesetzt aus drei Einzel-Aufnahmen mit unterschiedlichen Filtern (von Ultraviolett bis Nah-Infrarot).

Die Sonne in Ultraviolett
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Dieses beeindruckende Bild der Sonne vom 15. Juli 2015 wurde von Nasas Raumsonde Solar TErrestrial RElations Observatory Ahead (STEREO-A) mit einem Ultraviolet-Imager aufgenommen. Die Mission des Projekts ist genau das: Bilder von den Lichtwellen der Sonne einzufangen, die wir mit dem menschlichen Auge nicht erkennen können.

Pluto hat ein Herz
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Der Besuch der Raumsonde New Horizons beim Zwergplaneten am Rande unseres Sonnensystems war am 14. Juli 2015 ein Großereignis für Planetenforscher weltweit. Das erste Bild, das die Nasa der Welt dann von Pluto zeigte, beeindruckte und weckte Emotionen. Aus rund 12.000 Kilometer entstand das erste richtig nahe und scharfe Bild, auf dem auch Oberflächenstrukturen des einstigen neunten Planeten zu erkennen sind.

>>Hier sehen Sie weitere Pluto-Bilder

Skurrile Mars-Landschaft
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Aureum Chaos Region heißt das Gebiet auf dem Mars, das hier von einer Kamera des HiRISE, dem High Resolution Imaging Science Experiment, aufgenommen wurde. Diese faszinierende Aufnahme des hell-getönten Bodensatzes, das auf dem Mars ein Gebiet von 368 Kilometern ausmacht, wurde von Nasas Mars Reconnaissance Orbiter im Januar 2015 zur Erde geschickt.

„Energie ist auf dem Mond sehr wertvoll“, betont Böhme. Ein Rover habe im Schnitt 80 Watt für die Fortbewegung zur Verfügung. Klassische Kommunikationswege verbrauchten davon allein 60 Watt. LTE könne dagegen Bilder in zweistelligen Übertragungsraten senden und verbrauche dabei lediglich ein Watt. Somit könnten die kleinen Fahrzeuge viel länger unterwegs sein.

Mit LTE werde für die Kommunikation eine Standard-Technologie genutzt, die Stabilität und Geschwindigkeit verspreche, sagte Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland. Die von Audi stammenden Rover können untereinander sowie mit dem Landemodul kommunizieren und dabei auch als Hotspot dienen. „Bislang erfindet jede Mission zum Mond das Rad neu, um Daten auszutauschen“, sagt Böhme. „Wir setzen auf Etabliertes und legen damit auch den Grundstein für zukünftige Projekte.“ Die Basisstation sowie die Rover sollen nach Projektende vor Ort bleiben und künftigen Erkundungen zur Verfügung stehen.

Die Raumkapsel Alina sowie die Vehikel sollen auf der Mondoberfläche über 12 bis 15 Kilometern Entfernung hinweg miteinander Daten austauschen können. Der Ausflug soll etwa 14 Tage dauern. In dieser Zeitspanne wollen wir alle Forschungsziele erledigen, sagt Böhme. Unter anderem verfolgt Böhme mit seinem internationalen Team auch ein Projekt für die NASA, bei dem das Pflanzenwachstum auf dem Mond erforscht werden soll. Die Rover sollen dabei kontinuierlich Fotos machen können. „Das war früher nur alle 10 bis 15 Minuten möglich – und das in schlechter Qualität.“

Mit dem Projekt der privaten Raumfahrt hat Böhme mit seinem rund 70-köpfigen Team vor rund acht Jahren begonnen. Bis zu 100 Kilogramm kann das Landemodul inzwischen auf den Mond befördern. Es soll in der Nähe des Landeplatzes der letzten bemannten Mondmission Apollo 17 aufsetzen. Wichtigste Fracht werden die beiden „Lunar Quattro“-Rover von Audi sein, die die Oberfläche des Mondes erkunden sollen. Sie sowie das Landemodul will Vodafone auf der CeBIT in Hannover zeigen.

  • dpa
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