Partnerschaft mit Nokia
Siemens löst sein Com-Problem

Lange hat Siemens ein Rezept für die problembehaftete Kommunikationssparte Com gesucht. Nun hat der Münchener Technologiekonzern es gefunden: Er gliedert große Teile in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia aus; über weitere Teile steht er in Verhandlungen mit möglichen Partnern. De facto steht Com damit vor der Zerschlagung.

HB MÜNCHEN. Siemens und der finnische Telekommunikationskonzern Nokia legen ihre Netzwerk-Sparten zum weltweit drittgrößten Anbieter der Branche zusammen. Der Name: Nokia Siemens Networks. Das teilten die Unternehmen am Montag in München mit. Demnach werden beide Konzerne jeweils 50 Prozent an der neuen Firma Nokia Siemens Networks halten, die in Helsinki ihren Sitz haben wird. 60 000 Mitarbeiter erwirtschaften in dem neuen Unternehmen einen Jahresumsatz von 16 Mrd. Euro.

Com ist das nach Umsatz wichtigste Geschäftsgebiet von Siemens. Aus eigener Kraft hätte der Bereich nach Einschätzung von Analysten die ehrgeizigen Renditevorgaben nicht wie von Konzernchef Klaus Kleinfeld gefordert bis nächstes Jahr erfüllen können.

In das neue Unternehmen bringt Siemens die Bereiche Festnetz- und Mobilfunk-Infrastruktur sowie Service ein. Die Sparte Enterprises, die auf Telefon-Anlagen für Büros und Unternehmen spezialisiert ist, werde auf eigene Beine gestellt, sagte eine Siemens-Sprecherin am Montag auf Anfrage. Siemens suche überdies nach einem Partner für dieses Geschäft. „Wir sind in ernsthaften Verhandlungen.“ Konkretere Angaben wollte sie aber nicht machen. In der Branche wird davon ausgegangen, dass Siemens diesen Bereich abstoßen wird. Der Bereich Wireless Modules, der Bausteine für die Kommunikation zwischen Autos, Computern und anderen Maschinen liefert, werde zum Oktober in den Siemens-Bereich Automation and Drives integriert.

Schon im Oktober 2005 hatte Siemens die Geschäfte mit Gigaset-Telefonen in die Tochter Siemens Home and Office Communication Devices GmbH & Co. KG (SHC) eingebracht und somit ausgegliedert. Das Handy-Geschäft gehört seit dem vergangenen Jahr überhaupt nicht mehr zum Konzern. Es ging an den taiwanischen Unterhaltungselektronik-Konzern BenQ.

Bei Vorlage der Halbjahreszahlen Ende April hatte Siemens noch erwogen, die Com-Sparte selbst zu sanieren und zu restrukturieren. Das Unternehmen behielt sich jedoch auch andere Optionen vor.

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