Partnersuche
T-Systems kommt nicht voran

Die Suche der Deutschen Telekom nach einem Partner für ihre Geschäftskundensparte T-Systems gestaltet sich immer schwieriger. Offenbar sind neben dem US-Anbieter EDS noch weitere Interessenten abgesprungen. Potenzielle Partner beklagen eine Reihe von Hürden bei den Verhandlungen mit der Telekom.

jkn / lou / rob DÜSSELDORF / FRANKFURT. Weiterhin im Rennen sind nach Informationen aus Finanzkreisen unter anderem noch die französischen Anbieter Atos Origin und Cap Gemini. Die Telekom betonte, dass sie weiterhin verhandelt. „Wir befinden uns weiter in Gesprächen und sehen deutliches Interesse innerhalb und außerhalb der Branche“, sagte ein Sprecher. Konzernchef René Obermann hatte Anfang März angekündigt, dass er einen Partner für den IT-Bereich von T-Systems sucht. Hintergrund ist eine enttäuschende Geschäftsentwicklung. Die Telekom-Tochter ist international nicht breit genug aufgestellt, um weltweit tätige Großunternehmen als Kunden zu gewinnen. Dieses Manko sollte ein neuer IT-Partner ausgleichen.

Wie das Handelsblatt aus dem Führungskreis der Telekom erfahren hat, hat der Konzern den Interessenten bisher noch gar keinen Einblick in die Bücher gewährt. Es seien lediglich „information memorandums“ verschickt worden, in denen das Geschäftsfeld sowie die Unternehmensteile beschrieben werden, für die man einen Partner suche. In den Gesprächen mit Interessenten habe man bisher nur geprüft, ob man sich auf eine gemeinsame Strategie einigen könne.

Für die Telekom kommt nach Handelsblatt-Informationen nur ein Partner in Frage, der den kombinierten Ansatz von IT und Telekommunikation mittrage, den T-Systems auch bisher verfolgt hat. Der Konzern ist überzeugt, dass Unternehmen künftig IT- und Telekommunikationsdienste aus einer Hand verlangen, und sieht T-Systems als Telekom-Tochter dafür gut aufgestellt. Das bedeutet, ein Partner müsste eng mit der Telekom als Anbieter von Telekommunikation zusammenarbeiten.

„Möglicherweise wird sich der Prozess etwas länger hinziehen als ursprünglich gedacht“, sagte ein Telekom-Manager. Zunächst war in der Branche zu hören, noch im Sommer solle eine Entscheidung fallen. Konzernchef Obermann hat kürzlich aber gesagt, man bemühe sich, die Partnersuche bis Ende des Jahres abzuschließen.

Die potenziellen Partner beklagen nach Informationen aus Finanzkreisen eine Reihe von Hürden bei den Verhandlungen mit der Telekom. So existieren in einigen Fällen Klauseln, die es T-Systems-Kunden erlauben, ihre Verträge zu kündigen, wenn ihr IT-Anbieter den Besitzer wechselt. Dies ist in der Branche durchaus üblich, weil ein IT-Dienstleister Zugriff auf sensible Unternehmensdaten hat.

Aus Verhandlungskreisen ist zu hören, dass an diesen Klauseln die Gespräche mit EDS gescheitert sind. Die Telekom wollte sich dazu nicht äußern. Thomas Friedrich von der Hypovereinsbank wertet den Ausstieg von EDS als Rückschlag im Restrukturierungsprozess der Telekom. Der Analyst sieht aber weiterhin verschiedene internationale IT-Dienstleister wie etwa Atos Origin als mögliche Gefährten für T-Systems.

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