Patentstreit

Google und Microsoft begraben das Kriegsbeil

Ob Motorola-Handys oder Xbox: Microsoft und Google lassen alle gegenseitigen Rechtsstreitigkeiten wegen angeblicher Patentverletzungen fallen. 18 Fälle in den USA und Deutschland sind betroffen.
Unter anderem um die mittlerweile verkaufte Handymarke von Google drehten sich die Patentstreitigkeiten. Quelle: ap
Motorola-Smartphones

Unter anderem um die mittlerweile verkaufte Handymarke von Google drehten sich die Patentstreitigkeiten.

(Foto: ap)

San FranciscoDie beiden US-IT-Riesen Microsoft und Google haben einen umfangreichen Patentstreit gütlich beigelegt. „Die Unternehmen beenden alle laufenden Rechtsstreitigkeiten zu Patentrechtsverstößen“, teilten sie am Mittwoch (Ortszeit) in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Es geht um 18 Fälle in den USA und Deutschland, die sich unter anderem um Mobiltelefone drehen, aber auch um Patente für die Spielekonsole Xbox oder Windows-Produkte von Microsoft.

Betroffen seien unter anderem Fälle um Motorola Mobility. Google hatte die Handymarke vergangenes Jahr an den chinesischen Computerhersteller Lenovo verkauft, deren Patente allerdings behalten. Details der Einigung zwischen Microsoft und Google wurden nicht öffentlich gemacht.

Microsoft-Chef Satya Nadella hat es zur Priorität erklärt, dass die Anwendungen seines Unternehmens sowie seine Cloud-Dienste von möglichst vielen Smartphones nutzbar sind - unabhängig davon, ob sie das Microsoft-Betriebssystem nutzen. Microsoft ist überdies daran interessiert, Windows-Smartphones und Tablet-Computer durch beliebte Google-Angebote wie Youtube populärer zu machen.

Die beiden Unternehmen einigten sich den Angaben zufolge in separaten Verhandlungen auf eine Zusammenarbeit bei einigen Patentangelegenheiten. Auch eine Kooperation in anderen Bereichen sei für die Zukunft angedacht. Auch hierzu machten die beiden Branchenriesen keine näheren Angaben.

Das ist das neue Google-ABC
A wie Alphabet
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Google strukturiert massiv um und schlüpft unter das Dach eines neuen Mutterkonzerns. Der Name der Gesellschaft lautet Alphabet. Durch den Schritt sollen die vielen unterschiedlichen Sparten von Google unabhängiger werden.

B wie Brin und Page
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Die Google-Gründer Larry Page (rechts) und Sergey Brin besetzen auch bei Alphabet die Schaltstellen: Page bleibt CEO, Brin Präsident der Holidng.

C wie Calico
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Die Gesundheitsfirma soll vor allem das Altern erforschen – um es eventuell bremsen zu lernen.

F wie Fiber
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In den USA bietet der Konzern unter diesem Namen in rund einem halben Dutzend Städten ultra-schnelle Internet-Zugänge über Glasfaser-Anschlüsse an.

G wie Google
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Unter dem angestammten Namen des Konzerns bleiben als Alphabet-Tochter weiter die Internet-Suchmaschine, das Werbe-Geschäft sowie Youtube und Android gebündelt.

L wie Life Sciences
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Ursprünglich ein Teil des Geheimlabors Google X. In den Labors werden Innovationen im Gesundheitsbereich entwickelt, so etwa eine smarte Kontaktlinse, die Glukose in der Tränenflüssigkeit misst.

N wie Nest
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Google kaufte den Anbieter von vernetzten Thermostaten (im Bild) und Rauchmeldern Anfang 2014 für mehr als drei Milliarden Dollar. Nest-Mitgründer Tony Fadell, der einst bei Apple die iPod-Player mitentwickelte, trägt inzwischen auch die Verantwortung für die im ersten Anlauf gefloppte Datenbrille Google Glass.

Finanzielle Details zu der Einigung wurden nicht bekannt. Eine Microsoft-Sprecherin sagte, künftige Rechtsstreitigkeiten wegen Patentverstößen seien nicht ausgeschlossen. Beide Firmen konkurrieren in einigen Bereichen direkt miteinander, etwa bei Internet-Suchmaschinen oder Software für Smartphones und Tablets.

In der Smartphone-Branche hatten bereits 2014 die Schwergewichte Apple und Samsung abgerüstet. Sie hatten alle gegenseitigen Rechtsstreitigkeiten außerhalb der USA beendet.

  • afp
  • rtr
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