Patentstreit
Große Schlappe für Canon

Ein Gericht im US-Bundesstaat Texas hat einen Patentstreit gegen den japanischen Elektrokonzern Canon entschieden und gefährdet dadurch den Start dessen neuer Flachfernseher-Technik.

fmk TOKIO. Die Richter befanden, dass Canon die Rechte des Technikunternehmens Nano-Proprietary verletzt habe, das ein entscheidendes Detail für die Bildschirmtechnik SED geliefert hat. Canon wollte damit noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. SED gilt als Lieblingsprojekt von Canon-Präsident Fujio Mitarai, der seit den 90er-Jahren viel Geld in die Entwicklung der neuen Bildschirme gesteckt hat. Sie leuchten heller und sparen Strom, sind aber auch teurer in der Herstellung. Canon baut bisher keine Fernseher oder Bildschirme.

Analysten sind überzeugt, dass die Investitionen teilweise verloren sind, wenn Canon die Lizenz verliert. Ein Sprecher von Canon wies darauf hin, dass es die Möglichkeit einer Berufung gebe.

Nano-Proprietary hatte Canon die umstrittene Technik lizenziert. Canon hatte das Verfahren jedoch nicht alleine genutzt, sondern in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Toshiba eingebracht, so dass auch Toshiba-Ingenieure Zugriff auf sie hatten. Um die Lage zu retten, hat Canon die Anteile Toshibas an dem Gemeinschaftsunternehmen SED im Januar abgekauft und geht den Weg in die Massenproduktion seither alleine. Die Trennung kam den Richtern jedoch zu spät.

Doch die Niederlage könnte Canon Analysten zufolge paradoxerweise viel Geld sparen. Denn Marktbeobachter räumten dem neuen TV keine ausreichenden Marktchancen ein, um die Investitionen in komplett neue Fabriken zu rechtfertigen. In den vergangenen Jahren sind die Konkurrenztechniken Plasma und DVD besser geworden und haben ihre anfänglichen Schwächen teilweise überwunden – sind jedoch inzwischen ausgesprochen preiswert zu haben.

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