Patentverletzung
Microsoft muss zahlen

Ein US-Bundesgericht hat den weltgrößten Softwarehersteller Microsoft der Patentverletzung schuldig gesprochen und zur Zahlung von mehr als einer halbe Milliarde Dollar verurteilt.

Reuters SEATTLE. Das Geschworenengericht in Chicago sah es am Montag als erwiesen an, dass Microsoft in ihrem Webbrowser Internet Explorer (IE) Technologie der Firma Eolas Technologies verwendet habe. Der Firma sowie der Universität von Kalifornien wurden insgesamt 520,6 Mill. Dollar zugesprochen. Microsoft kündigte Einspruch gegen das Urteil an.

Eolas mit Sitz im Bundesstaat Illinois wurde 1994 von dem kalifornischen Universitäts-Professor Michael Doyle gegründet. In der 1999 eingereichten Klage erklärte die Firma, ihre Technologie für Plug-Ins und Applets habe es dem IE ermöglicht, gegen den Browser Netscape Navigator zu konkurrieren. Die ursprünglich geforderten Lizenzgebühren hätten 1,2 Mrd. Dollar erreichen können. Microsoft hat dagegen erklärt, die Technologie sei von ihren eigenen Mitarbeitern auf der Grundlage der eigenen Software entwickelt worden. Der IE hat den Navigator inzwischen als meistverwendeten Browser abgelöst, Netscape ist heute ein Teil von AOL Tim Warner.

„Wir sehen das Urteil als Bestätigung, dass Microsoft in großem Umfang Eolas' Technologie verwendet hat, um seinen Internet Explorer zum besten Browser seiner Art zu machen“, sagte ein Anwalt für Eolas und der Universität von Kalifornien der Nachrichtenagentur Reuters. Dagegen kündigte ein Microsoft- Sprecher Einspruch vor einem Bundesberufungsgericht an. „Wir sind zuversichtlich, dass die Fakten unsere Position unterstützen werden“, sagte er.

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