Pay-TV-Sender
Sky beschafft sich Millionen-Spritze von Murdoch

Der Pay-TV Sky-Sender braucht erneut eine Finanzspritze. Über die Ausgabe neuer Aktien sollten im Januar 110 bis 120 Mio. Euro erlöst werden, teilte der früher unter Premiere firmierende Sender überraschend am Montag mit.
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MÜNCHEN. Der Medienkonzern News Corp. des Unternehmers Rupert Murdoch baut seinen Anteil an Sky Deutschland weiter aus. Gestern teilte der verlustreiche Münchener Bezahlkanal mit, News Corp. zeichne eine Kapitalerhöhung, die dem einst als Premiere bekannten Sender bis zu 120 Mio. Euro einbringen soll. Der Kurs der im MDax notierten Papiere schoss daraufhin um mehr als zehn Prozent auf 2,08 Euro nach oben. Börsianer begründeten den weiten Sprung damit, dass Murdoch ein eindeutiges Bekenntnis gegenüber dem hoch defizitären Kanal abgegeben habe.

Nach Abschluss der Kapitalerhöhung im Januar wird Murdoch rund 45 Prozent der Aktien besitzen. Bis jetzt hält der Medienmogul knapp 40 Prozent aller Anteile. Der Großaktionär hat jedoch schon lange das Sagen in der Konzernzentrale in Unterföhring. Erst Anfang Dezember hat er angekündigt, im Frühjahr einen neuen Vorstandschef in den Münchener Medienvorort zu schicken.

Mit dem frischen Geld will Sky eigenen Angaben zufolge das Geschäft ankurbeln. So sollen weitere Millionen ins Marketing fließen, um mehr Abonnenten anzulocken. Gleichzeitig sollen neue Sender entstehen sowie das Angebot an Programmen mit den neuen, hochauflösenden Bildern (HD-TV)ausgebaut werden. „Ich bin überzeugt, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um in das künftige Wachstum unseres Unternehmens zu investieren“, sagte gestern der scheidende Vorstandschef Mark Williams.

Der gebürtige Australier hat diesen Sommer den Kanal von Premiere in Sky umbenannt. Die sündhaft teure Werbekampagne, die dem Neustart folgte, lief jedoch weitgehend ins Leere. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft werde das Unternehmen lediglich 40 000 bis 65 000 zusätzliche neue Kunden gewinnen, teilte Sky gestern mit. Dies ist wesentlich schwächer, als Analysten zuletzt erwartet hatten. Derzeit zählt die Firma rund 2,4 Millionen Abonnenten. Allein 40 Mio. Euro steckte der Pay-TV-Konzern in die Fernsehwerbung für den neuen Markennamen.

Zudem schreibt Sky weiter tiefrote Zahlen. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe im zu Ende gehenden Jahr bei 255 bis 265 Mio. Euro gelegen, hieß es am Montag. Im kommenden Jahr soll er auf 130 bis 170 Mio. Euro zurückgehen. Erst 2011 rechnet der Vorstand mit einem positiven Ebitda. Der vor 18 Jahren von Leo Kirch gegründete Bezahlsender schreibt seit Unternehmensgründung mit der Ausnahme eines einziges Quartals tiefrote Zahlen. Er ist nahezu komplett auf die Abo-Gebühren angewiesen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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