PC-Hersteller
Fujitsu Siemens geht an die Japaner

Nun ist es offiziell: Der japanische Elektrokonzern Fujitsu übernimmt die Siemens-Anteile am bislang gemeinsam gehaltenen Computerbauer Fujitsu Siemens Computers (FSC). Die Japaner zahlen für die 50 Prozent an Europas größtem Rechnerhersteller 450 Mio. Euro. Die Transaktion soll am 1. April kommenden Jahres abgeschlossen sein.

MÜNCHEN. Immer im Herbst lädt Fujitsu Siemens Computers (FSC) seine Kunden nach Augsburg ein. Erst dürfen sich die Einkäufer und IT-Leiter in den Messehallen die neuesten Rechner anschauen, dann bekommen sie eine Führung im nahe gelegenen Werk. Nächste Woche ist es wieder so weit. Doch dieses Mal werden die Käufer vermutlich weniger an den Innovationen interessiert sein als sonst. Vielmehr werden sie von den FSC-Managern wissen wollen, wie es nun weiter geht, wenn der japanische Elektronikkonzern Fujitsu die Kontrolle über das Gemeinschaftsunternehmen übernimmt.

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Fujitsu und Siemens in den vergangenen Tagen offenbar geeinigt: Die Japaner werden den 50-Prozent-Anteil übernehmen, den Siemens derzeit noch an dem Joint-Venture hält. Am Wochenende hieß es, der Deal werde in den nächsten Tagen verkündet. Eine offizielle Bestätigung fehlt allerdings noch. Rund 500 Mio. Euro wollen die Asiaten an den Münchener Technologiekonzern überweisen.

„Den Japanern geht es vor allem um die guten und über Jahrzehnte gewachsenen Kundenbeziehungen“, heißt es in der Computerbranche. Dabei interessiert sich Fujitsu weniger für das PC-Geschäft mit Privatkunden. Viel wichtiger ist für die Asiaten der Verkauf von Großrechnern, so genannten Servern, an Firmen.

Die Übernahme des Gemeinschaftsunternehmens durch Fujitsu hat allerdings noch eine ganz andere Dimension. Denn mit dem Ausstieg von Siemens geht ein wichtiges Kapitel deutscher Industriegeschichte zu Ende. FSC ist der letzte bedeutende Computerhersteller des Landes. Erst im Sommer hatte es Maxdata erwischt, der PC-Produzen aus Marl musste Insolvenz anmelden.

FSC ist aus der Fusion traditionsreicher Unternehmen entstanden. Die Wurzeln reichen bis 1952 zurück, als der Physiker Heinz Nixdorf sein „Labor für Impulstechnik“ gründet. Daraus entsteht in den 70er Jahren der größte Computerbauer Deutschlands. Doch Nixdorf verschläft den Siegeszug des PCs und so kommt es 1990 zur Fusion mit der Computersparte von Siemens. Nur drei Jahre nach dem Zusammenschluss sucht Siemens erneut einen Partner, weil das Geschäft nicht richtig in Gang kommt. Doch es dauert noch bis 1999, ehe sich der Münchener Konzern mit Fujitsu einigt. Die Japaner bringen ihr europäisches PC-Geschäft in die Ehe ein.

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