Personal
Ein Kümmerer für die digitale Revolution

Die Digitalisierung krempelt die Wirtschaft um. Auch Maschinenbauer oder Seifenhersteller müssen sich bald darüber Gedanken machen, sagt der Personalberater Dwight Cribb – und fordert einen Kümmerer im Vorstand.
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DüsseldorfComputer sind heute zu Leistungen fähig, die vor wenigen Jahren noch als undenkbar galten – ob als Fahrer im Auto, Übersetzer im Büro oder Assistent in der Fabrik. Experten sehen eine neue industrielle Revolution anbrechen – und die könnte auch viele traditionelle Unternehmen durchschütteln. Um sich auf die rasanten Veränderungen einzustellen, sollten sie einen Spezialisten in den Vorstand holen, fordert der Personalberater Dwight Cribb. „Die Firmen müssen wichtige Fragen beantworten: Wie verändern sich die Märkte, wie die Technologie – und in welchem Tempo?“

Herr Cribb, warum sollte sich ein Maschinenbauer oder ein Waschmittelhersteller Gedanken über die Digitalisierung machen?
Bei Digitalisierung denken viele erstmal an E-Commerce und digitales Marketing. Das sind die offensichtlichsten Bereiche, die auch den Alltag der Konsumenten stark prägen. Aber die digitale Transformation geht weit darüber hinaus. Sie betrifft alle Unternehmensbereiche. Das fängt bei der Kommunikation an und geht bis zur Produktion. 

Zum Beispiel?
Ein Waschmittelhersteller muss sich beispielsweise darauf einstellen, dass die Waschmaschinen in Zukunft Sensoren haben, die das Abwasser oder die Wäsche analysieren und dem Konsumenten dann raten, wie er das Waschmittel noch besser, effizienter einsetzen kann. Grundsätzlich gilt: Wer sich nicht bewegt, wird feststellen, dass viele kritische Geschäftsbereiche nicht auf den digitalen Wandel vorbereitet sind.

Wie verändern sich die Geschäftsmodelle?
Uber ist ein gutes Beispiel: Das Unternehmen ist ja kein klassischer Internet-Dienst. Es baut eine Plattform auf, die zwischen den Konsumenten – also den Fahrgästen – und den Lieferanten – also den Fahrern – steht. Dort findet der Markt statt. Die Macht dieser Plattformen ist sehr stark, nicht nur im E-Commerce, sondern auch bei Reisen oder anderen Geschäftsmodellen.

Lässt sich das so einfach übertragen?
Häufig ja. Das zeigt der Stahlhändler Klöckner: Der versucht derzeit, seine gesamte Lieferkette und Auftragsabwicklung zu digitalisieren – bisher läuft das überwiegend per Fax. Doch nicht nur das, Klöckner spielt mit dem Gedanken, eine Stahlhandelsplattform aufzubauen, über die auch Wettbewerber ihren Stahl anbieten können.  Wenn das gelingt, wird Klöckner das Gesicht gegenüber dem Kunden.

Sie vermitteln Führungskräfte für die Digitalisierung. Warum braucht es Spezialisten?
Die Firmen müssen wichtige Fragen beantworten: Wie verändern sich die Märkte, wie die Technologie – und in welchem Tempo? Und was wollen Kunden wirklich? In einem Bereich, der sich so rapide verändert, ist es schwierig, den Überblick zu behalten, deswegen brauchen die Unternehmen Menschen, die sich hauptsächlich damit beschäftigen.

Also ein Chief Digital Officer.
Man braucht eine Person auf Vorstandsebene, deren Hauptaufgabe die Digitalisierung ist. Das kann auch der Strategievorstand sein, da es eigentlich egal ist, wie die Position heißt. Hauptsache, es gibt dort einen Digital-Verantwortlichen, der die Unterstützung des CEO hat..

Viele Mitarbeiter sehen Veränderungen skeptisch…
Keiner mag Veränderungen, noch weniger welche, die einen zu bedrohen scheinen. Es ist eine schwierige Aufgabe, die Mitarbeiter mitzunehmen. Zunächst sollte der Digital-Verantwortliche ein klares Bild zeichnen: Was passiert, wenn wir uns nicht verändern? Die Verlagsbranche, die ja so sehr unter der Digitalisierung leidet, ist ein gutes Beispiel dafür. Stillstand ist keine Option. Vielleicht wird ein Teil der Belegschaft mittelfristig nicht mehr gebraucht, aber das bringt leider jeder Wandel mit sich.

Herr Cribb, vielen Dank für das Gespräch.

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