Phishing zu Weihnachten
Wie Sie sich gegen Datendiebe schützen

Vor Weihnachten ist es besonders übel: Cyberkriminelle versuchen, Nutzern die Daten für Paypal oder das Online-Konto zu stehlen. Zwischen den vielen Angeboten sind gefälschte Mails kaum zu erkennen. Wie man sich schützt.
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DüsseldorfAls Christina D. die E-Mail öffnete, bekam sie einen Schock: Es habe „verdächtige Aktivitäten“ auf ihrem Paypal-Konto gegeben, sie müsse umgehend ihre Daten verifizieren, lautete die Warnung. Es sah so aus, als habe jemand mit russischem Namen versucht, sich bei ihr zu bedienen. „Im ersten Moment wollte ich es gleich durchführen“, berichtet die Handelsblatt-Leserin. Als sie den Link auf dem Firmenrechner anklickte, meldete sich jedoch das Anti-Virus-Programm. Die E-Mail war gefälscht – Kriminelle wollten offenbar die Daten von Christina D. stehlen.

Es ist ein Fall, wie er im Moment häufiger vorkommen dürfte. „Online-Shopping ist gerade in der Vorweihnachtszeit sehr beliebt – auch bei Cyber-Kriminellen“, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Viele Postfächer seien voll mit Gutscheinen und Angeboten, die so eine perfekte Tarnung für Phishing-E-Mails bieten. Wie im Fall von Christina D. versuchen die Angreifer, mit solchen gefälschten Nachrichten die Zugangsdaten zu Online-Banking, Bezahldiensten oder E-Mail-Konto zu stehlen.

Die Methoden der Kriminellen werden dabei immer ausgefeilter. Welche Warnzeichen es gibt und wie Nutzer sich schützen können:

Erste Regel: Absender anschauen

Wollen die schon wieder Geld haben! Josef K. ärgerte sich mächtig über Amazon. Gerade erst hatte er die Prime-Mitgliedschaft gekündigt, nun meldete eine E-Mail eine weitere Abbuchung. Doch ein genauer Blick zeigte, dass die Nachricht nicht vom Online-Händler stammte: Die Adresse gehörte offenbar einer Privatperson, hinter dem @ stand die Domäne me.com von Apple. Und im Anhang war garantiert keine Abrechnung.

Ob bei Rechnungen oder Warnungen, der erste Blick sollte immer dem Absender gelten. Häufig verwenden Kriminelle gekaperte E-Mail-Konten von Privatnutzern wie in diesem Fall. Oder sie legen Adressen an, die nach der Firma klingen sollen. Dabei verändern sie Details und ersetzen Buchstaben durch kyrillische Zeichen oder ein O durch eine Null. Oder sie hängen an den Namen der Bank einen offiziösen Zusatz an.

Daher sollten Nutzer auch bei einer plausibel klingenden Adresse nicht gleich Vertrauen fassen. Wenn die Bank niemals E-Mails schickt oder sich ein Händler meldet, der gar nicht die E-Mail-Adresse haben dürfte, ist höchste Vorsicht angebracht.

Zweite Regel: Anmutung prüfen

Schon die Anrede ist eine Warnung. „Lieber Kunde“, hieß es in einer Phishing-Mail, die im November kursierte. Und weiter: „Bitte beachten Sie, dass Ihre Apple ID wird in weniger als 48 Stunden ablaufen“. Deshalb: „Es muss eine Prüfung durchzuführen Ihrer Daten.“ Die unpersönliche Anrede und die holprige Sprache zeigen, dass diese Nachricht nicht vom iPhone-Hersteller stammen kann. Auch die Anmutung einer E-Mail sagt viel aus – würde sich eine Bank so amateurhaft präsentieren?

Allerdings ist es nicht immer so einfach. Auch wenn es immer noch Phishing-Versuche gibt, die nach Google Translate klingen und wenig offiziell aussehen: Die Fälscher haben in den vergangenen Jahren viel dazugelernt. „Beim Phishing geht es um sehr viel Geld, teilweise steckt die Organisierte Kriminalität dahinter“, erklärt Martin Gaedke, Professor für Informatik an der Universität Chemnitz. Schließlich versuchten die Kriminellen, sich Geld zu überweisen oder auf Kosten des Nutzers Produkte zu bestellen. Weil der Ertrag lohnenswert sei, werde auch in die Qualität der Fälschungen investiert.

So gebe es nachgemachte Webseiten, die legitimen Online-Shops verblüffend ähneln, samt Produkten und Nutzerbewertungen. „Dann fühlt man sich erstmal sicher“, sagt Gaedke – zu Unrecht natürlich. Werkzeuge erleichtern es den Kriminellen, solche Köder zu erstellen – auch in der Cyberkriminalität beweist die Arbeitsteilung ihre Stärken.

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Durchatmen und Virenscanner nutzen

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