Photokina
Panasonic plant den Strategiewechsel

Der Elektronikkonzern beschränkt mit seinen neuen Kameras nicht mehr nur auf das Einsteigersegment. Nun zielt Panasonic auch auf die Profis. In diesem Bereich erhoffen sich die Japaner noch stattliche Margen.
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TokioPünktlich zur Photokina vollzieht Panasonic einen Strategiewechsel in seinem Digitalkamerageschäft. Der Elektronikkonzern will mit seinen mit spiegellosen Systemkameras nicht mehr vorrangig nur auf den Einstiegsbereich setzen. Mit seinem neuem Flaggschiff, der am Montag vorgestellten Lumix GH3, wirbt der Pionier des neuen Kamerasegments stärker um gehobene Amateur- und Profifoto wie -videografen, die viel in der Natur arbeiten.

Dafür wurde den Zielgruppen genau auf die Finger geschaut. „Wir haben viele Profis auch in Filmstudios besucht und fast alle ihre Wünsche umgesetzt“, lobt sich Izumi Tomozawa, einer der führenden Manager von Panasonics Kamerasparte, im Marketinghauptquartier Panasonics in Osaka ein wenig selbst. Und tatsächlich integriert keine andere Kamera auf dem Markt so viele Funktionen für Foto- und Videografen zu einem so niedrigen Preis.

Videos kann die GH3 nicht nur komprimiert, sondern auch unkomprimiert mit 72 Mbps auf die SD-Karte transferieren. Das erleichtert dem Videografen das Schneiden seiner Filmchen, denn die komprimierten Videos müssen im Computer erst zeitaufwändig entschlüsselt werden. Zur Kontrolle der Tonqualität gibt es zusätzlich nicht nur eine Mikrofon-, sondern auch einen Kopfhörerbuchse.

Doch auch für Fotografen der Smartphone-Generation wurde das Modell aufgebohrt. Die Kamera neben einem elektronischen Sucher mit einem Display aus organischen Leuchtdioden (Oled) auch über einen berührungsempfindlichen Touchscreen, der sich mit Wischen und Tippen wie ein Smartphone bedienen lässt.

Zudem bietet die Kamera WiFi mitsamt vollständiger Fernsteuerung via Smartphone oder Tablet (inklusive Blende, Zeit, Weißabgleich, Zoom, Fokussieren und Auslösen), Internetanschluss in einem wetterfest versiegelten Kameragehäuse und einen neuen 16-Megapixel-Bildsensor. Dessen Auflösung ist etwas niedriger als viele gehobene Kameras von Sony, Nikon und Canon, aber immer noch genug für hochauflösende A3-Ausdrucke in Hochglanzmagazin-Qualität. Der anvisierte Einstiegspreis für das Gehäuse beträgt runde 1200 Euro in Europa.

Panasonic wirbt um Meinungsführer

Der Grund für Panasonics Anstrengung ist, dass Kameras im Gegensatz zu Handys und TVs das einzige Segment in der Konsumelektronik sind, das für die Japaner noch halbwegs vernünftige Margen abwirft. Nur ist Panasonics Management unzufrieden mit der Marktposition bisherigen ist. „Wir haben realisiert, dass mit unser bisherigen Strategie unser Potenzial limitiert ist“, erklärt Tomozawa. „Denn selbst Einsteiger hören auf die Meinung der ambitionierten Amateure und Profis.“

Als Panasonic 2008 gemeinsam mit Olympus die ersten spiegellosen Systemkameras mit MicroFourThirds-Bildsensor auf den Markt brachte, hatte das Unternehmen gehofft, in der Einstiegs- und Mittelklasse mit kleinen und modischen Foto-Video-Hybriden die Spiegelreflexkameras zu entthronen. Denn die Sensoren, die etwas kleiner als die so genannten APS-C-Sensoren der Konkurrenz sind, ermöglicht eine kompaktere Bauweise von Kameras und vor allem von Objektiven. Doch inzwischen haben sich in vielen Märkten der Partner-Rivale Olympus und Spätstarter Sony am Pionier vorbei gezwängt.

 

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Alte Konkurrenz für neue Pioniere

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