Plagiatsvorwürfe

Rapper Bushido landet Teilerfolg

Hat Rapper Bushido Teile seiner Songs geklaut? Das wirft eine französische Band dem Musiker vor. Das Oberlandesgericht Hamburg hatte ihn bereits verurteilt. Doch jetzt muss der Prozess in die Neuauflage.
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Anis Mohamed Youssef Ferchichi, besser bekannt als Rap-Musiker Bushido, muss sich erneut erklären. Quelle: dpa
Bushido vor Gericht

Anis Mohamed Youssef Ferchichi, besser bekannt als Rap-Musiker Bushido, muss sich erneut erklären.

(Foto: dpa)

KarlsruheDer Prozess über die musikalischen Plagiatsvorwürfe gegen den Berliner Rapper Bushido (36) muss neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob am Donnerstag ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Hamburg auf und verwies den Fall zur erneuten Prüfung dorthin zurück.

Das OLG muss nun erneut prüfen, ob der Rapper für einige seiner Lieder unberechtigt Musikteile der französischen Band Dark Sanctuary verwendet hat. Zugleich wies der BGH die Klagen von drei Bandmitgliedern ab. Lediglich die Klage des Komponisten blieb bestehen. (Az.: I ZR 225/12)

Die Gruppe wirft Bushido vor, für 13 Titel unberechtigt Tonfolgen ihrer Lieder übernommen zu haben. Ihre Klage war in den Vorinstanzen überwiegend erfolgreich gewesen, woraufhin Bushido in Revision gegangen war. Beim BGH errang er jetzt einen wichtigen Etappensieg.

So muss das OLG anhand eines Sachverständigen prüfen, ob der Rapper die Urheberrechte der Band verletzt hat. Zuvor hatten die Richter dies allein aufgrund ihrer „eigenen Sachkunde“ bejaht. Nur ein in Musikbelangen versierter Sachverständiger könne jedoch beurteilen, ob die Musiksequenzen schützenswert seien, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Büscher.

Diese Musiker sollen abgekupfert haben
Shakira stellt Video zu WM-Song vor
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Jüngster Plagiatsfall: Der Hit „Loca“ von Popstar Shakira ist ein Plagiat. Das entschied in dieser Woche ein US-Gericht. Der vermeintliche Komponist des Songs, der bei Sony unter Vertrag steht, hat sich beim Werk eines Künstlers aus der Dominikanischen Republik bedient.

Bushido
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Skandal-Rapper Bushido hat gleich mehrfach geklaut. Das Landgericht Hamburg sprach den Berliner im Jahr 2010 wegen Urheberrechtsverletzung in 13 Fällen schuldig. Der Rapper hatte seine Songs bei verschiedenen Metal-Bands abgekupfert.

Vor zehn Jahren starb Country-Legende Johnny Cash
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Für viele Musiker ein Idol: der Country-Sänger Johnny Cash (hier ein Archivbild aus dem Jahr 1975). Doch auch der Superstar hat sich wohl ein bisschen zu sehr von anderen Künstlern inspirieren lassen. Sein Hit „Folsom Prison Blues“ von 1955 ähnelte zu sehr dem Song „Crescent City Blues“ des Komponisten Gordon Jenkins. Ein Gericht verdonnerte Cash zu einer Geldstrafe.

Madonna
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Was? Auch die Queen of Pop hat geschummelt? Ja, hat sie. Ein belgisches Gericht entschied, dass Madonna ihren 1998 erschienen Titel „Frozen“ zum Teil vom belgischen Künstler Salvatore Acquaviva abgeschrieben hat. Konsequenz: Das Lied darf in Belgien nicht mehr verkauft werden. Auch Radio- und Fernsehsender dürfen es nicht mehr spielen. Madonna kann aber auch anders...

Singer Lady Gaga blows a kiss upon her arrival at Narita international airport
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2012 hat Madonna Lady Gaga beschuldigt, bei ihr geklaut zu haben. Wochenlang haben sich die Ladys über soziale Medien gestritten. Experten vermuteten allerdings einen PR-Gag hinter der Aktion.

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Auch der Mann mit der wohl reibeisigsten Reibeisenstimme musste sich schon dem Vorwurf stellen, abgeschrieben haben. Rod Stewart soll seinen Hit „Da Ya Think I'm Sexy?“ von 1978 vom brasilianischen Künstler Jorge Ben Jor teilweise geklaut haben.

Tourneeauftakt Coldplay
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Auch die Band Coldplay musste sich schon Plagiatsvorwürfen stellen. 2009 verklagte der Gitarrist Joe Satriani die Band. Vorwurf: Für den Hit „Viva La Vida“ soll Coldplay bei ihm abgeschrieben haben. Ein Gericht in Kalifornien wies die Klage allerdings zurück.

Die Band wirft dem Rapper vor, Tonfolgen ihrer Lieder von etwa zehn Sekunden Länge genommen und ständig wiederholt zu haben. Anschließend habe er die so entstandene Melodie mit einem Schlagzeug-Beat verbunden und seinen Sprechgesang aufgenommen, sagte der Anwalt der Band in Karlsruhe.

Die Klage von drei Textern wies der BGH ganz ab: Sie seien in ihren Urheberrechten nicht verletzt, da kein Text übernommen worden sei, hieß es.

Die Band möchte für die mutmaßliche Rechtsverletzung auch Schadensersatz und Schmerzensgeld haben. Bushido habe die betreffenden zwei Alben bis zu 200.000 Mal verkauft, sagte der Anwalt der Gruppe.

  • dpa
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