Plattenfirma
Neue Hindernisse beim Verkauf von EMI

Ärger mit Ex-Eigentümer Guy Hands und finanzielle Verpflichtungen gegenüber Musikhandelskette HMV könnten den Preis drücken. Offen ist derweil immer noch, ob der Musikkonzern als Ganzes verkauft wird.
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Der geplante Verkauf des britischen Plattenlabels EMI entwickelt sich für die Citigroup komplizierter als erwartet. Auf EMI kommen nach Informationen der „Financial Times“ finanzielle Verpflichtungen von bis zu 150 Millionen Pfund zu, falls die angeschlagene Musikhandelskette HMV Insolvenz anmelden sollte.

HMV war bis 1998 Teil der Plattenfirma. Aus diesen Zeiten stammen laut „Financial Times“ EMI-Garantien für Mietverträge für 40 HMV-Geschäfte. Die Verpflichtungen der Plattenfirma könnten niedriger ausfallen, falls sich ein Teil der HMV-Läden weitervermieten lassen sollte. Von der Citigroup war bisher keine Stellungnahme zu bekommen.

HMV kämpft zurzeit mit hohen Schulden und sinkenden Umsätzen. Das Unternehmen hat bereits die Buchhandelskette Waterstone’s verkauft und 29 Läden geschlossen.

Die Citigroup hat das Plattenlabel EMI, das Künstler wie Kate Perry und Coldplay unter Vertrag hat, im Februar dieses Jahres übernommen und im Sommer den Verkaufsprozess gestartet. Bei einer ersten Bieterrunde vor gut einem Monat haben Finanzkreisen zufolge mehr als zehn Unternehmen – darunter die Konkurrenten Sony, Warner Music, BMG und Universal – Interesse an EMI signalisiert und unverbindliche Angebote von bis zu vier Milliarden Dollar abgegeben. Die zweite Bieterrunde soll in den nächsten Wochen beginnen, nachdem die potentiellen Käufer einen besseren Einblick in die EMI-Bücher bekommen haben.

Die Offerten dürften niedriger ausfallen angesichts der Risiken, die sich jetzt offenbarten, vermuten Branchenexperten. Neben den Verpflichtungen gegenüber HMV kommt neuer Ärger mit dem ehemaligen Emi-Eigner Guy Hands dazu. Der britische Finanzinvestor will Einblick in die Unterlagen und Unternehmensbewertungen bekommen, die im Februar dazu führten, dass die Citigroup die Kontrolle über EMI übernehmen konnte. Hands will das gerichtlich erzwingen und hat Mitte dieser Woche den obersten britischen Gerichtshof eingeschaltet.

Hands Investmentgesellschaft Terra Firma hatte EMI vor vier Jahren, kurz vor Ausbruch der Finanzkrise für umgerechnet mehr als vier Milliarden Dollar gekauft und das Geschäft überwiegend mit Hilfe von Krediten finanziert, die Hands EMI aufbürdete. Hauptkreditgeber war die Citigroup.

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Schulden drohten EMI zu ersticken

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