„Pokémon Go“

Nintendo startet auch in Japan die Monsterjagd

Fast zwei Wochen mussten die Fans in Japan warten, bis auch sie auf Monsterjagd gehen durften. Nun hat Nintendo „Pokémon Go“ auch in seiner Heimat gestartet und arbeitet dabei mit McDonald's zusammen.
Update: 22.07.2016 - 10:58 Uhr
Die App ist nun auch im Heimatland von Nintendo auf dem Markt.. Quelle: AFP
Pokémon-Fieber in Tokio

Die App ist nun auch im Heimatland von Nintendo auf dem Markt..

(Foto: AFP)

TokioZum Start des Smartphone-Spiels „Pokémon Go“ in Japan haben sich trotz Regens sofort begeisterte Fans auf die Jagd nach den virtuellen Figuren gemacht. „Ich bin glücklich, ich habe so lange auf die Veröffentlichung gewartet“, sagte ein 20-jähriger Angestellter im Tokioter Manga- und Animations-Mekka Akihabara der Nachrichtenagentur Kyodo. Das Spiel ging am Freitag im Heimatland von Entwickler Nintendo an den Start. Zuvor war die App bereits in gut 30 anderen Ländern veröffentlicht worden und hatte einen Ansturm ausgelöst.

Für den Start tat sich der „Wii“- und „DS“-Konsolenanbieter mit McDonald's Japan zusammen, das in fast 3000 Filialen Orte schuf, wo um die kleinen Fantasiewesen gekämpft werden konnte. Die Nintendo-Aktie legte in einem negativen Marktumfeld leicht zu. Seit dem US-Start hat sich der Kurswert verdoppelt.

Auf der Jagd nach den Figuren sind die Spieler dabei häufig so in das Spiel vertieft, dass mancher von seinem Umfeld kaum etwas wahrnimmt. Angesichts von Berichten aus dem Ausland, wo es bereits mehrere Unfälle mit unaufmerksamen „Pokémon“-Spielern gab, startete die japanische Regierung kurz vor der Veröffentlichung eine Kampagne, um die Bevölkerung zu erhöhter Vorsicht und gutem Benehmen aufzurufen. „Wenn man sich ansieht, was in Übersee passiert ist, sollten die Leute ihre Smartphones sicher benutzen“, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga. In der Hauptstadt Tokio rief die besorgte Polizei die Bürger auf, ihre Smartphones nicht beim Gehen zu nutzen.

Doch kaum ist das Spiel im eigenen Land angekommen, konnten die ohnehin spieleverrückten Fans kaum an sich halten. In der Stadt Akita im hohen Norden des fernöstlichen Inselreiches versteckte sich ein Oberschüler vor seinen Lehrern, um ungestört „Pokémon Go“ zu spielen. „Ich bin schon seit meiner Grundschulzeit „Pokémon“-Fan“, erzählte der Schwänzer einem Reporter. In der südwestlichen Stadt Fukuoka wurde ein 18-Jähriger „Pokémon“-Spieler um Haaresbreite von einem Auto erfasst, wie Kyodo berichtete. In der Millionen-Stadt Osaka fiel ein Oberschüler beim Spielen eine Treppe runter.

Eine Smartphone-App stellt die Welt auf den Kopf
In Japan geht es erst noch los
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Das Smartphone-Spiele „Pokémon Go“ wird laut Medienberichten am Mittwoch auch in Japan, dem Geburtsland der Pokémon-Monster, in Japan veröffentlicht. Das berichten unter anderem das Technologie-Blog „Techcrunch“ und das „Wall Street Journal“. Bislang ist die App, die auch hierzulande einen wahren Hype ausgelöst hat, in 30 Ländern verfügbar, darunter den USA, Kanada und in Europa.

Echte Schießidee
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Auf der Suche nach kleinen gelben „Pokémons“ haben sich einige Spieler in Gefahr gebracht. In Niedersachsen wurden drei „Pokémon“-Fänger auf einem Truppenübungsplatz erwischt, auf dem gerade mit scharfer Munition geschossen wurde. Der Wachdienst hat das Trio auf dem Gelände der Bundeswehr in der Lüneburger Heide entdeckt. Eine 16-Jährige aus Schleswig-Holstein wurde sogar Opfer eines Verbrechens. Auf der Suche nach einem „Pokémon“ riss ihr ein Radfahrer das Handy aus der Hand.

Da raschelt was im Gras
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Dem ein oder anderem hat „Pokémon“ Ärger mit dem Gesetz eingehandelt. Eigentlich wollte ein Marihuana-Konsument in München kleine „Pokémons“ fangen, dabei ging er allerdings selbst der Polizei ins Netz. Der 30-Jährige war in München mit einen Joint unterwegs - und dabei so in das Spiel auf seinem Handy vertieft, dass er die Streife nicht bemerkte. Und in Trier wurde ein per Haftbefehl gesuchter Mann beim „Pokémon“-Spiel von der Polizei aufgegriffen - und muss nun für ein halbes Jahr ins Gefängnis.

Verbraucherschutz als Endgegner
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Die Entwickler der Smartphone-App „Pokémon Go“, im Bild Niantic-CEO John Hanke, sind wegen der Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen des Spiels von deutschen Verbraucherschützern abgemahnt worden. Insgesamt wurden 15 Klauseln angeprangert, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband am Mittwoch in Berlin mitteilte. Dem kalifornischen Spieleentwickler Niantic Labs sei Zeit bis zum 9. August eingeräumt worden, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die Bestimmungen zu ändern. Ansonsten wollen die Verbraucherschützer eine Klage prüfen.

Schicht im Schacht
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„Pokémon“ bringt die Menschen vor die Tür - und manchmal auch an ungewöhnliche Orte. In Frankfurt stiegen Jugendliche auf das zehn Meter hohe Dach eines Einkaufszentrums, um dort nach den virtuellen Viechern zu suchen. Und ebenfalls in Frankfurt haben sich die virtuellen Monster in den dunklen Gängen eines gesperrten S-Bahn-Tunnels verirrt. Für den Rhein-Main-Verkehrsverbund war das ein bisschen zu viel Abenteuer: „Auch wenn es euch schwerfällt, doch für die Jagd ist und bleibt der #tunnelzu ;)“, twitterte das Unternehmen zur Sicherheit.

Pokémon Stop & Go
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Mit einem Fahrzeug jagt es sich besser als zu Fuß? Auf diese Idee kam ein 24-Jähriger in Bochum. Der Mann war einem Fahrradpolizisten aufgefallen, als er während der Fahrt sein Handy in der Hand hielt und bediente. Auch in Berlin war ein Spieler auf Monstersuche - mit dem Fahrrad. Der Mann suchte mit Schrittgeschwindigkeit und einer Hand am Lenker die Umgebung nach den „Pokémons“ ab. Die Handynutzung ist im Straßenverkehr allerdings verboten - das gilt nicht nur fürs Telefonieren.

Böse Mine zum guten Spiel
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Auf der Jagd nach Pokémons wagen sich einige Menschen in Bosnien-Herzegowina selbst in gefährliche Regionen mit Landminen. Nachdem einzelne Pokemon-Jäger vor den vielen Minenfeldern in diesem Balkanland nicht haltgemacht hatten, warnten Medien und Fachorganisationen am Dienstag in Sarajevo: „Wir bitten die Bürger, die aufgestellten Tafeln wegen der Minengefahr zu beachten.“

Nach dem Bürgerkrieg von 1992 bis 1995 liegen in dem Land noch auf schätzungsweise mehr als 1100 Quadratkilometern verborgene Minen. In diesem Jahr sind bereits zwei Minenentschärfer ums Leben gekommen. Zwei weitere kamen mit Verletzungen davon. Obwohl seit Kriegsende mehr als 3000 Quadratkilometer entmint worden sind, dürfte es noch bis zum Jahr 2024 dauern, bis Bosnien-Herzegowina minenfrei ist.

Japans Bahngesellschaften forderten die Zuggäste eindringlich auf, die App nicht zu benutzen, während sie auf dem Bahnsteig auf einen Zug warten. Generell solle niemand Smartphones benutzen, während er auf dem Bahnsteig gehe, das habe man immer wieder erklärt, hieß es.

  • rtr
  • dpa
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