Pokerspiel um Fernsehrechte
Eurosport bietet bei der Bundesliga mit

Der europäische Sportkanal Eurosport steigt in das Pokerspiel um die Fernsehrechte der Fußball-Bundesliga ein. Die Tochter des französischen Fernsehkonzerns TF 1 plant nach Informationen des Handelsblatts den Kauf der TV-Auslandsrechte. Damit will der Sender seine Marktführerschaft in Europa ausbauen.

DÜSSELDORF. Der europäische Sportkanal Eurosport steigt in das Pokerspiel um die Fernsehrechte der Fußball-Bundesliga ein. Die Tochter des französischen Fernsehkonzerns TF 1 plant den Kauf der TV-Auslandsrechte. „Eurosport ist interessiert, die Auslandsrechte der Fußball-Bundesliga zu kaufen. Wir haben bereits Vorgespräche mit der DFL geführt“, sagte Eurosport-Vizepräsident Jacques Raynaud dem Handelsblatt in Paris. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) vermarktet die Fernsehrechte der Profiliga ab 2009 erstmals selbst. Im Gegensatz zu den inländischen Fernsehrechten der Bundesliga kann der Medienunternehmer Leo Kirch bei den Auslandsrechten nicht mitreden.

Eurosport will mit dem Erwerb der deutschen Bundesliga seine Marktführerschaft in Europa ausbauen. Im vergangenen Jahr steigerte Eurosport seinen Umsatz um annähernd sechs Prozent auf 339 Mill. Euro. Der operative Gewinn (Ebit) stieg um fast 17 Prozent auf knapp 35 Mill. Euro. Eurosport erreicht 112 Millionen Zuschauer in 59 Ländern und 20 Sprachen.

Der geplante Kauf der Auslandsrechte dürfte Leo Kirch und seinen Stellvertreter Dieter Hahn nicht gefallen, denn dadurch hätte das Deutsche Sportfernsehen (DSF) eine zusätzlich Konkurrenz. Das DSF ist eine Tochter des Medienkonzerns EM Sport, hinter dem als Großaktionär Leo Kirch steht. Dessen Vertrauter Hahn war sogar früher einmal Chef des DSF. Eurosport versucht einen möglichen Konflikt mit dem DSF kleinzureden. „In Deutschland – wie in jedem anderen großen europäischen Markt – gibt es Platz für zwei Sportsender oder gar noch mehr“, beschwichtigt Raynaud. „Eurosport und DSF sind eigentlich keine Konkurrenten. Wir ergänzen uns.“

Eurosport rechnet sich gute Chancen aus, da die von Kirch und DFL betriebene Gemeinschaftsfirma Sirius kein Mitspracherecht hat. Bei den Preisvorstellungen gibt es aber noch große Unterschiede. In Unternehmenskreisen von Eurosport wird erwartet, dass die Auslandsrechte der Bundesliga zwischen 16 und 20 Mill. Euro wert sind. Die DFL will jedoch 30 Mill. Euro in der Saison 2009/10 einnehmen. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erwartet sogar in den nachfolgenden Spielzeiten Einnahmen zwischen 35 Mill. und 40 Mill. Euro. „Da ist noch viel Luft nach oben“, sagte Seifert vor Wochen.

Bisher wurden die Fernsehbilder der Fußball-Bundesliga vom österreichischen Internetsportwettenanbieter Bwin vermarktet. Bwin zahlte dafür pro Saison 20 Mill. Euro die Liga. Diesmal wird die Liga über eine eigenen Agentur die Auslandsrechte vermarkten. „Das Tochterunternehmen wird im Laufe des Sommer gegründet“, sagte ein DFL-Sprecher.

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