Polnischer Handy-Anbieter
Telekom-Tochter zieht zweifelhafte Lenin-Werbung zurück

Die Prepaid-Marke der polnischen Telekom-Tochter PTC hat mit ihrer Werbung wohl eher keine neuen Kunden dazugewonnen. Die Kampagne zeigte das Konterfei des Revolutionsführers Lenin – und sorgte für heftige Proteste.
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WarschauMit Lenin lässt sich in Polen keine Werbung machen. Diese Erfahrung machte der polnische Handy-Anbieter Heyah, der eine Werbekampagne mit dem Konterfei des Revolutionsführers von 1917 nach massiven Protesten auch von offizieller Seite stoppte. "Nach negativen Kommentaren und dem Auftauchen ideologischer Konnotationen in der Diskussion haben wir beschlossen, diese Kampagne auszusetzen", erklärte Heyah-Sprecherin Agata Borowska. Mit der Werbung habe lediglich ein außerordentlich günstiges Prepaid-Angebot beworben werden sollen, Heyah habe niemanden beleidigen wollen.

Die Fernsehspots und Plakate im Stil sowjetischer Propaganda hatten ein "revolutionäres Angebot" versprochen. Daraufhin brach im Internet eine Welle der Entrüstung los. "Lenin ist verantwortlich für den Völkermord an hunderttausenden Polen und Millionen seiner Landsleute, womit er zu den brutalsten Führern in Europa gehört, mit Adolf Hitler und Josef Stalin", lautete die Kritik auf einer eigens eingerichteten Seite bei Facebook, der sich tausende Internetnutzer anschlossen.

Das Institut für das nationale Gedenken, das Verbrechen der Nazis und Kommunisten in Polen untersucht, forderte den Handy-Betreiber "im Namen von Millionen Opfern der kommunistischen Verbrechen" auf, die Werbekampagne zu stoppen. "Das ist eine unverantwortliche Banalisierung dieser Verbrechen und des Schicksals ihrer Opfer", erklärte der Leiter des Instituts, Lukasz Kaminski, laut der polnischen Nachrichtenagentur PAP in einem Brief an Heyah.

Heyah ist die Prepaid-Marke der Polska Telefonia Cyfrowa (PTC), einer hundertprozentigen Tochter der Deutschen Telekom. Heyah und sein Partner T-Mobile haben in Polen nach eigenen Angaben mehr als 15 Millionen Kunden.

 
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Polnischer Handy-Anbieter: Telekom-Tochter zieht zweifelhafte Lenin-Werbung zurück"

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  • Die Reaktionen sind gemssen an den Dimensionen der linken Verbrechen mit geschätzten 30 Millionen Opfern allein in der UdSSR (damit sind die Opfer der chinesischen Kulturrevolution und der kamodschanischen Killing Fields nicht inbegriffen) geradezu harmlos.

    Man vergeleiche Sie im Wege eines Gedankenexperimentes mit der Reaktion auf die Anzeigenkampagne eines polnischen Providers in Deutschlan, der die "Endlösung" für teuere Handytelefonate offeriert - mit Konterfei von Adolf Hitler.

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