Porträt
Höttges muss aus Obermanns Schatten treten

„Mit ihm verbindet mich mehr als eine rein berufliche Beziehung“, sagt Timotheus Höttges über Rene Obermann. Ab 2014 soll der bodenständige Solinger seinen Freund an der Telekom-Spitze beerben.
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BerlinSeit Jahren arbeiten sie Seite an Seite, sind auch außerhalb der Vorstandsetage eng befreundet. Jetzt hat der langjährige Telekom-Chef Rene Obermann seinen Rücktritt zum 31. Dezember 2013 angekündigt. Nachfolger wird sein Weggefährte Timotheus Höttges, den Obermann nur „Tim“ nennt. Er gilt als bodenständig, stammt wie der fast gleichaltrige Obermann aus Nordrhein-Westfalen. Beide haben den Bonner Dax-Konzern geprägt. Jetzt muss der 1962 in Solingen geborene Höttges endgültig aus dem Schatten seines Freundes treten.

Der Glatzkopf ist seit September 2000 bei der Telekom und seit März 2009 für die Finanzen zuständig. Ein nüchterner, gradliniger Zahlenmensch, der Traditionen und Hierarchien schätzt, wie Kenner des Unternehmens berichten.

Er habe dabei immer auf die Rückendeckung seines Kumpanen zählen können. Freunde wurden sie, als Höttges sich um die Kasse von T-Mobile kümmerte und Obermann die Mobilfunk-Tochter leitete. "Sie sind sehr eng", hieß es in der Vergangenheit von Personen, die mit beiden zusammengearbeitet haben.

Es ist eine Freundschaft, die auf Gegenseitigkeit beruht - keine Selbstverständlichkeit an der Spitze großer Konzerne. Beide hätten schon die „ein oder andere Schlacht geschlagen“, drückte es Obermann vor einigen Jahren aus. Höttges sagt: „Mit ihm verbindet mich mehr als eine rein berufliche Beziehung.“

Nach T-Mobile war Höttges bei der Festnetzsparte T-Com tätig, einem der Sorgenkinder des Konzerns. Er machte T-Home zum DSL-Marktführer im Neugeschäft, wie der Konzern ihn lobt. Als Finanzchef beerbte er damals Karl-Gerhard Eick, der danach an der Rettung des Handelskonzerns Arcandor scheiterte.

Vor seiner Zeit bei der Telekom studierte Höttges Betriebswirtschaftslehre in Köln. Nach einigen Jahren als Unternehmensberater wechselte er Ende 1992 in die Energiebranche. Als Projektleiter war er maßgeblich an der Fusion von Viag und Veba zur Eon AG beteiligt.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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