Positiver Ausblick
IT-Branche stoppt den tiefen Fall

Die IT-Industrie hat die schlimmsten Zeiten der Wirtschaftskrise offenbar hinter sich. Chip-Weltmarktführer Intel meldet ein kräftiges Umsatzplus sowie höhere Gewinnspannen im zweiten Quartal. Allerdings liegt der Umsatz noch immer deutlich unter dem des Vorjahres.

MÜNCHEN. Der US-Konzern rechnet darüber hinaus für den Rest des Jahres mit einem anziehenden Geschäft. Intel beliefert mit seinen Prozessoren sämtliche großen Computerhersteller und gilt deshalb als Gradmesser für den Zustand der IT-Industrie.

Auch bei ASML, Europas größtem Hersteller von Halbleiter-Equipment, haben die Abnehmer zuletzt deutlich mehr bestellt als noch zu Jahresbeginn. „Die Kunden kommen zurück, wir sehen aber noch keine volle Erholung“, sagte gestern Peter Wennink, Finanzchef von ASML. Der weltgrößte Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie sammelte im abgelaufenen Vierteljahr Aufträge für 15 Maschinen im Wert von 394 Mio. Euro ein, etwa doppelt so viele wie im Vorquartal.

Analysten und Investoren werten die Quartalszahlen von Intel und ASML als ermutigendes Zeichen für die IT-Branche. Weltweit sind die Kurse der Technologieaktien deshalb gestern kräftig geklettert. Intel gewannen im frühen Handel in New York mehr als fünf Prozent auf knapp 18 Dollar. Die im Tec-Dax notierten Papiere des Münchener Halbleiterherstellers Infineon zogen um knapp sechs Prozent auf etwa drei Euro an.

„Wir sind mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden“, sagte Intels Deutschland-Chef Hannes Schwaderer gestern dem Handelsblatt. Im zweiten Quartal hat der US-Konzern den Umsatz im Vergleich zum Jahresauftakt um 15 Prozent auf rund acht Mrd. Dollar (5,7 Mrd. Euro) gesteigert. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise liegen die Erlöse im zweiten Quartal unter denen des ersten Vierteljahres. Treiber waren die Privatkunden, die sich neue Notebooks und die modischen Taschencomputer, sogenannte Netbooks, zugelegt haben.

Dass Intel unterm Strich ein Minus von 398 Mio. Dollar ausweisen musste, lag an einer EU-Strafe von umgerechnet 1,4 Mrd. Dollar. Es ist der erste Verlust seit 22 Jahren für Intel. Ohne die Kartellbuße hätte der Gewinn je Aktie 18 US-Cent erreicht, zehn Cent mehr, als die Analysten im Schnitt erwartet hatten.

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