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19.01.2007 
Frühere Siemens-Handysparte

Potenzieller BenQ-Investor zieht Angebot zurück

Die deutsch-amerikanische Investorengruppe um den deutschen Ex-Daimler-Benz-Manager Hans-Jörg Beha hat ihr Angebot zur Übernahme des insolventen Handyherstellers BenQ zurückgezogen. Die IG Metall hat für die Offerte, die eine von mehreren war, ohnehin nur noch Hohn und Spott übrig.

Lupe

HB MÜNCHEN. „Die Gruppe ist zu der Überzeugung gekommen, dass das von ihr verfolgte unternehmerische Fortführungskonzept nicht mehr realisiert werden kann“, teilte Beha am Freitag mit. Wesentliche Eckpunkte, auf die sich das Konzept der Investorengruppe gestützt habe, seien aus Sicht der Gruppe nicht gegeben oder weggefallen, hieß es weiter. Die Investorengruppe bedaure dies, schrieb Beha. Ein tragfähiges unternehmerisches Konzept habe nicht realisiert werden können und zahlreiche Arbeitsplätze sowie wertvolles Know-how würden verloren gehen.

Beha begründete die Rücknahme des Angebots unter anderem damit, dass wichtige Mitarbeiter inzwischen andere Arbeitsplätze hätten, wesentliche Vertriebsrechte nicht eingeräumt worden seien und bereits der Verkauf von BenQ-Eigentum begonnen habe. Das Konsortium um Beha hatte Anfang Januar öffentlich Interesse an BenQ bekundet. Weiter Interesse an einer Übernahme von BenQ hat nach eigenen Angaben noch das Hamburger Unternehmen Bacoc.

Markige Worte vom Gewerkschafter

Die IG Metall rechnet ohne neue Übernahmeangebote jedoch nicht mit einer Wiederbelebung des Handybauers. „Das was auf dem Tisch liegt, ist nicht seriös“, sagte Werner Neugebauer, Bereichsleiter der IG Metall in Bayern, am Freitag in München. „Entweder sind sie aus der Irrenanstalt entlaufen oder sie haben in der Schule nicht rechnen gelernt“, ergänzte der Gewerkschafter mit Blick auf die Vorstellungen der wenigen Interessenten.

Die Situation um die ehemalige Siemens-Handysparte ist verfahren. Der taiwanesische BenQ-Konzern hatte dem Münchner Technologieriesen sein Problemkind 2005 abgenommen und innerhalb eines Jahres rund eine Milliarde Euro investiert. Eine Rettung der Sparte gelang aber nicht und die Tochter wurde der Insolvenz überlassen - mehrere Tausend Arbeitsplätze drohen wegzufallen. Alle Bemühungen, die insolvente Gesellschaft weiter zu veräußern, sind bislang gescheitert.

Ein strittiger Punkt bei den Gesprächen sind immer wieder die von möglichen Käufern geforderten Bürgschaften der Länder Nordrhein-Westfalen und Bayern. Neugebauer sagte, es müsse ein Verhältnis geben zwischen den Investitionen des Käufers und den Leistungen der öffentlichen Hand.

Derweil teilte Siemens mit, sich mit dem BenQ-Konzern auf eine Fortführung von Garantieleistungen für die Mobiltelefone der Marken „Siemens“ und „BenQ Siemens“ geeinigt zu haben. „Vertriebspartner und Endkunden können somit weiterhin die bestehenden Kanäle für Reklamationen in Anspruch nehmen“, hieß es. Die langfristig angelegte Vereinbarung gelte seit Januar.

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