So brachte die Baumarktkette Obi zu ihrem 40sten Geburtstag eine Imagebroschüre heraus, die "arbeitsreich" geriet. Jede zweite Seite muss der Leser erst auftrennen, drinnen findet er dann Geschichten von Mitarbeitern des Handelsunternehmens. Umrahmt werden diese von Berichten über die Historie der Kette oder darüber, nach welchen Kriterien eigentlich ein Baumarkt eingerichtet wird. Es wurde ein buntes Werk, das perfekt zum Image der Kette passt und deshalb von der Jury einstimmig mit "Platin" belohnt wurde.
Leider schaffte diese höchste Auszeichnung in den anderen Kategorien kein einziger Bewerber mehr. Zu häufig wurde zwar Gutes geboten, aber eben nichts Außergewöhnliches. "Wir wollen die Unternehmen zu Innovationen anregen. Deshalb vergeben wir die Preise mit Bedacht oder auch einmal nicht", begründete Klaus-Rainer Kirchhoff, Kommunikationsberater und der Vorsitzende der Jury, die auf den ersten Blick streng anmutende Bewertung. Online-Auftritte enttäuschten. So lobte die Jury etwa die gute Qualität vieler Geschäftsberichte. Doch wirkliche Innovationen fand sie nicht. "Die meisten Geschäftsberichte bewegen sich kontinuierlich auf hohem Niveau. Aber sie überraschen nicht mehr oft und erfüllen nur selten das Kriterium außergewöhnlich", sagte Kaevan Gazdar.
Der Kommunikationswissenschaftler, Publizist und Projektleiter für das Berichtswesen der Hypovereinsbank ist gemeinsam mit dem britischen PR-Profi Reginald Pauffley Pate für die Rubrik Geschäftsberichte. Am Ende schaffte die Metro Group mit Gold die höchste Auszeichnung dieser Rubrik. Schon im Jahr zuvor war der Bericht prämiert worden. Enttäuscht zeigte sich die Jury dagegen von den Online-Aktivitäten der Unternehmen. Keine der eingereichten Bewerbungen habe wirklich hervorstechen könnte, klagte Brigitte Liermann, Partnerin bei der Marketing-Beratung Trommsdorff + Drüner und für die Kategorie "Digitale Medien" verantwortlich. Gold gewannen hier die Berliner Wasserbetriebe.