Preis für innovatives Projekt
Schlauer Reisebegleiter

Auch deutsche Unternehmen setzen auf künstliche Intelligenz. Auf der Handelsblatt-Tagung Strategisches IT-Management wurde die Deutsche Bahn für ein Projekt ausgezeichnet: Eine App soll die Reisebuchung erleichtern.
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Aus dem Zug heraus das Hotel buchen und direkt ein Taxi zum Bahnhof bestellen, außerdem gleich einen Tisch beim Italiener um die Ecke reservieren - und das nur mit ein paar SMS. So eine Hilfe bei der Organisation verspricht die Anwendung Reisebuddy. Ein digitaler Concierge soll sie sein, den Nutzer mit dem Handy kontaktieren können. Und diese Anwendung stammt nicht etwa von einem Start-up, sondern von der Deutschen Bahn. Die Konzerntochter DB Systel hat sie in ihrem digitalen Labor Skydeck entwickelt.

Für dieses Projekt hat das Unternehmen am Dienstag auf der Handelsblatt-Tagung Strategisches IT-Management den Preis "Diamond Star" für innovative IT-Projekte erhalten. Das Projekt zeige "einen hohen Innovationsgrad unter Nutzung digitaler Informationstechnologie", sagte Uwe Dumslaff, Jurymitglied und Technikchef bei Capgemini Deutschland. Zudem biete es eine hervorragende Nutzererfahrung für Bahnfahrer. Es handle sich um ein "hervorragendes Beispiel für digitale Transformation in einem großen traditionellen Unternehmen", bekräftigte Jurymitglied Walter Brenner, Professor an der Universität St. Gallen.

Die Tochter der Deutschen Bahn ist dafür verantwortlich, IT zu planen, zu entwickeln und zu betreiben. Die 3 600 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Geschäftsjahr 830 Millionen Euro Umsatz - im Konzern mit 300 000 Beschäftigten ist die Sparte also klein. Trotzdem nimmt sie eine wichtige Rolle ein: Mit digitalen Innovationen soll sie ihm helfen, das Geschäftsmodell rund um Mobilität weiterzuentwickeln. Der Reisebuddy ist eines der ersten Beispiele.

Unter der schlichten Oberfläche der Anwendung ist künstliche Intelligenz im Einsatz. Die Technologie soll helfen, Buchungen effizienter abzuwickeln, indem sie die Anfrage erkennt und aufgrund der gesammelten Daten der Vergangenheit passende Vorschläge dazu recherchiert. Die Kundenberater müssen also nicht mehr alle Hotels, Restaurants und Verbindungen von Hand heraussuchen. Die Technologie lernt zudem mit der Zeit dazu und soll so stetig besser werden. Das beschleunigt die Prozesse deutlich.

"Wir wollen eine neue Form der Kundeninteraktion ermöglichen, die das komplette Reiseerlebnis abdeckt", sagt Jan Rudolph, Berater für Digitalisierung bei DB Systel.

Die Entwicklung verschafft dem Konzern gleichzeitig erste Erfahrungen mit künstlicher Intelligenz. Weitere Projekte sind bei der Bahn denkbar - etwa um Kundenanfragen zu klassifizieren oder den Mitarbeitern passende Textbausteine vorzuschlagen. Bei DB Systel sind Peggy Karstedt und Rüdiger Kurz für das Projekt verantwortlich.

Der Reisebuddy ist auch deshalb eine Besonderheit, weil die Entwicklung so schnell ging. Im März 2016 entstand in einem Workshop die Idee, bald darauf legte ein Team los - und schon Anfang Oktober war der Dienst einsatzbereit.

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