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Preis: Videos für die Front

Zum fünften Mal zeichneten der Eco-Verlag und das Handelsblatt gut gemachte Unternehmenskommunikation aus. Dieses Mal sorgte der Sieger für große Überraschung.

Die Bundeswehr während eines Probeeinsatzes. Quelle: Reuters
Die Bundeswehr während eines Probeeinsatzes. Quelle: Reuters

FrankfurtWährend Facebook und Co. den Alltag längst erobert haben, tun sich Unternehmen und Institutionen nach wie vor schwer mit diesen neuen Medien. Das zeigt der diesjährige Econ-Award Unternehmenskommunikation, der gestern in Berlin verliehen wurde. So rar und zaghaft sind die Versuche, dass die Jury in dieser Rubrik kaum Material zum Sichten hatte. Nur zwei von vier Preisen wurden am Ende vergeben. Zumindest einer davon war aber eine faustdicke Überraschung: Die Bundeswehr sahnte mit ihrem Youtube-Kanal die begehrte Gold-Skulptur ab, die zweithöchste Auszeichnung.

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"Nur wer Inhalte schafft, regt auch zum Dialog mit seiner Zielgruppe an", sagt Keith Childs, bei General Motors Europe für die Themen Web und New Media zuständig und in der Jury des Econ-Award der Pate für die Kategorie Social-Media-Aktivitäten. Der Video-Kanal der Bundeswehr schafft genau das. Mit der Kamera werden auch heikle Themen begleitet, etwa die Ausstattung der Armee in Afghanistan. Die Resonanz ist gewaltig. Mittlerweile stehen über 6700 Kommentare auf der Seite. Die Moderation sei sehr gut, die Transparenz hoch, lobt Childs. Die Bundeswehr habe hier einen Kommunikationskanal gewählt, der gut mit der Zielgruppe harmoniere. Die eigentliche Stärke von Videos als emotionales und kraftvolles Vehikel funktioniere ausgezeichnet. Ein dickes Lob, das eine Ausnahme ist. Denn vielen Firmen gelingt genau das noch nicht. "Viele sind im Netz und sprechen über alle verfügbaren Kanäle zu ihren Interessensgruppen. Allerdings legt sich das enorme Mitteilungsbedürfnis meist nach der ersten Euphorie", sagt Childs.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bundeswehr der Jury positiv aufgefallen ist. Gleichzeitig bekam das Bundeswehr-Magazin "Y" in der Rubrik Magazine die Auszeichnung in Silber, nachdem es bereits im Vorjahr prämiert worden war. Auch hier lobte die Jury die Offenheit und Professionalität. Die Bundeswehr beweist damit, dass sich Institutionen der Öffentlichen Hand in puncto Kommunikation keineswegs hinter den Unternehmen verstecken müssen. Für diese These spricht noch ein anderer Preisträger. Die Bundesdruckerei, nach einer erfolglosen Phase der Privatisierung mit Hilfe von Finanzinvestoren wieder fest in Staatshand, erhielt für ihr Magazin "Einmalig" Platin, die höchste Auszeichnung einer Kategorie überhaupt. Das aufwendig gestaltete Heft betrachtet mit einer intensiven Bildsprache, abwechslungsreichen Beiträgen und Gastkommentaren übergeordnete und gesellschaftliche Themen, deren Bezug zum Unternehmen nicht immer sofort zu erkennen ist. So widmet sich eine Ausgabe zum Beispiel dem Thema Identitäten. Die Bundesdruckerei produziert unter anderem Personalausweise. Doch auch die nichtstaatlichen Unternehmen zeigten sich von ihrer innovativen Seite.

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